Datenvisualisierung - 2000 Jahre Kulturgeschichte in 5 Minuten - Pressengers
Geschichte zum Anschauen

Datenvisualisierung – 2000 Jahre Kulturgeschichte in 5 Minuten

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Eine Gruppe von Forschern um Maximilian Schich visualisiert Geburt und Tod von 150 000 bedeutenden Menschen der letzten 2000 Jahre. Was dabei herauskommt ist eine Zeitkarte, die über 2000 Jahre Geschichte in 5 Minuten zeigt.

Screenshot der datenvisualisierung

© nature.com

 

Über 2000 Jahre Geschichte

Die Animation beginnt mit einem Schnelldurchlauf von 542 vor Christus bis 1988, der Geburt und Tod auf der ganzen Welt zeigt. Mit blauen Punkten werden jeweils die Geburtsorte bekannter Menschen gezeigt, mit roten Punkten ihre Sterbeorte. Diese Punkte werden dann brückenartig verbunden.

Ab dem Jahr 150 nach Christus wird anhand von Geburts- und Sterbedaten berühmter Persönlichkeiten ein kurzer Überblick über die Geschichte Europas gegeben. Die Ausmaße des römischen Imperiums werden hier eindrucksvoll dargestellt. Schön zu sehen sind auch Zentralisierungstendenzen um 1800. So liegen Geburtsorte berühmter Menschen oftmals außerhalb der großen Städte, Todesorte aber häufig innerhalb.

Dann wird die Zeit noch einmal zurückgedreht bis 1620. Immer mehr Menschen wandern nach Amerika aus und sterben dort. Im 18 Jahrhundertwird schließlich deutlich, dass die Bewegung in den Westen der USA im vollen Gange ist. Die Menschen werden zwar in den östlichen Gegenden der USA geboren, sterben aber im Westen. Im späten 19. Jahrhundert steigt die Mobilität zwischen Ost- und Westküste. Wer will, kann sich das Ganze in diesem Video selbst ansehen.

Wie wurden die Daten gesammelt?

Laut Allison Abbot von nature.com stammen die Daten von der freien Datenbank Freebase von Google. Sie erläutert auch, wie die Daten im Zusammenhang mit Daten von Google Ngram Viewer betrachtet wurden. Ngram zeigt, wie häufig bestimmte Ausdrücke in einer bestimmten Zeit genutzt wurden. Ziel ist es herauszufinden, welche Gedanken zu der jeweiligen Zeit dominierten.

Ein Beitrag auf Spiegel.de nennt als weitere Quellen der Forscher das General Artist Lexicon und die Getty Union List of Artist Names.

Auf sueddeutsche.de befasste sich Sebastian Herrmann ebenfalls mit dem Projekt der Forscher. Er betrachtet dabei allerdings andere Videos. In ihnen wird das Aufblühen der Metropolen in Europa und die Besiedelung der USA eindrucksvoll – mit leuchtenden Punkten und Linien auf schwarzen Hintergrund – dargestellt. Herrmann erklärt hier, dass die Forscher Analyse-Methoden gebrauchten, die sonst für den Straßenverkehr oder für Protein-Interaktion verwendet werden.

Einige der Ergebnisse sind überraschend

Viele der Metropolen, die durch die Analyse der Daten dargestellt werden können, sind zu erwarten. Im ersten Jahrhundert war Rom bedeutsam, in Frankreich war die wichtigste Stadt Paris. Interessant ist aber, dass laut Spiegel.de kulturelle Zentren nicht immer mit wirtschaftlichen übereinstimmen. Ein weiteres spannendes Ergebnis zeigt, dass sich der Abstand zwischen Geburts- und Sterbeort nicht wesentlich vergrößert hat. Im 14. Jahrhundert starben die Menschen 214 Kilometer von ihrem Geburtsort entfernt, heute sind es 382 Kilometer.

Kritik an der Forschung

Trotz der eindrucksvollen Art Geschichte darzustellen, wird auch hier Kritik geübt. So kritisiert Hermann, dass durch diese Analyse wenig neue Erkenntnis erworben wurde. Und in den Kommentaren unter dem oben beschriebenen YouTube Video beschweren sich Nutzer über die Konzentration auf Europa und die USA sowie über die Fokussierung auf Menschen mit weißer Hautfarbe.

Trotz aller Kritik bietet das Video eine interessante Art Geschichte zu visualisieren. Und die Darstellung der Daten ist in jedem Fall auch für Geschichtsmuffel spannend und schön anzusehen. Wie findet ihr die Visualisierung?


Dorothea

Bei WordPress ist immer was los. Ob neues Plugin oder Themes - Gerade die Erweiterungen, die das Leben für Blogger einfacher machen, liegen mir am Herzen.
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