23. April 2014

„Wir machen so Webdesign Sachen“ Interview mit Michael Oeser

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Bekannt vor allem im deutschsprachigen Raum, bietet Michael Oeser eine umfassende Webentwicklung mit WordPress an. Seine selbst entwickelten Themes sind ein Teil davon, dem er mit großer Leidenschaft nachgeht. Wir haben mit dem gebürtigen Hessen gesprochen und dabei spannende Details aus seinem alltäglichen Leben erfahren.

michael oeser

Hallo Michael! Wir freuen uns, dass du dir Zeit genommen hast, uns ein paar Fragen zu beantworten. Vielen Dank dafür!

Zunächst einmal zu deiner Person. Woher kommst du und was machst du beruflich?

Mein Name ist Michael Oeser. Ich bin Webdesigner und Gründer von DER PRiNZ WordPress Themes and Digital Media. Ich lebe mit meiner Frau und meiner kleinen Tochter auf einem historischen Bauernhof in der Nähe von Marburg in Mittelhessen. Dort habe ich auch mein Büro, aber als digitaler Arbeiter hat man sein Büro letztlich ja dort, wo es eine Internetverbindung gibt. Das ist einer der großen Vorteile meines Berufes. Ursprünglich komme ich aus der Gegend um Frankfurt am Main. Aber der Wunsch nach viel Platz, Natur und Ruhe hat dazu geführt, dass wir Ende 2013 raus auf´s Land gezogen sind.

Welche berufliche Ausbildung hast du absolviert?

Nach dem Abitur war ich erst etwas orientierungslos und habe dann irgendwann ganz unspektakulär eine kaufmännische Ausbildung gemacht. Das kann nie schaden und damit kann man irgendwie immer was anfangen. Ich habe dann aber noch einige Jahre in der Gastronomie des Frankfurter Nachtlebens gearbeitet. Im Jahr 2001 hatte ich genug von der Nachtarbeit und habe eine Stelle als Web Content Manager bei einem Dienstleistungsunternehmen in der Automobilbranche angefangen. So begann quasi meine Internetkariere.

Seit wann beschäftigst du dich mit dem Umfeld der Webentwicklung?

In meinem Job als Web Content Manager kam ich fast zwangsläufig auch mit Webentwicklung in Berührung und hatte von Anfang an eine Menge Spaß daran. Also habe ich wohl irgendwann 2001/2002 in kleinen Schritten damit begonnen.

Warum gerade WordPress und kein anderes CMS?

Das hat sich einfach so ergeben. Ich hatte einen Blogger.com Account und fand damals die Möglichkeit, Inhalte im Web zu publizieren, ohne am Code rumfummeln zu müssen, recht spannend. Ich habe mich dann ein bisschen umgeschaut und bin auf WordPress gestoßen. Damit habe ich mich von Anfang an sehr wohl gefühlt und die große Community zu schätzen gelernt. Ich glaube damals gab es auch gar nicht so viele Alternativen. Das muss so ungefähr 2005/2006 gewesen sein.

Was gefällt dir besonders daran?

Der Open Source Gedanke, die große Community, die schier unendlichen Möglichkeiten und letztlich die einfache Bedienung des Backends. Ich musste bisher fast keinem Kunden lange erklären wie die Sache funktioniert.

Wie fing deine WordPress Laufbahn an – Gibt es vergangene Projekte, die besonders bedeutend für dich waren?

Zuerst habe ich natürlich meine eigenen, privaten Projekte gemacht. Nichts Spektakuläres, aber dadurch lernt man ja eine Menge. Ende 2007 wollte ich dann einfach mal wissen, wie so ein Theme gebaut wird und habe mir Anregungen bei Brian Gardner und Justin Tadlock geholt. Anfang 2008 veröffentlichte ich dann mit „BranfordMagazine“ mein erstes kostenloses WordPress Theme. Zu dem Zeitpunkt war ich ja noch nicht selbständig und habe in erster Linie die Websites meines Arbeitgebers betreut. Der Relaunch der Geschäftskundenwebsite des Unternehmens für das ich tätig war, war vermutlich ein Meilenstein. Meine erste größere und professionelle Website. Darauf war ich wirklich stolz.

Wann hast du den Weg des Theme-Entwicklers beschritten und wie kam es dazu?

Wie bereits erwähnt war das etwa Ende 2007 und entstand aus purem Interesse, wie so ein Theme denn funktioniert. Von dem Erfolg meines ersten Themes war ich total überrascht. BranfordMagazine war über viele Monate das beliebteste Theme im damaligen Deutschen WordPress-Themepool und wurde fast 100.000 Mal heruntergeladen. So kam ich darauf das Experiment „Premium Theme“ in Angriff zu nehmen. Also wurde BranfordMagazine verbessert, erweitert und kostenpflichtig.

Worauf legst du besonderen Wert bei der Programmierung deiner Themes?

Soviel wie nötig, so wenig wie möglich. Ich werde sicher nie ein Theme bauen, dass den bekannten „Multi-Purpose, 10-in-1, Featuritis“ Themes auf ThemeForest oder anderen Marktplätzen nacheifert. Deren Funktionsumfang kapiert sowieso kaum jemand wirklich. Ich versuche vor allem auf bestehende Funktionen von WordPress zurückzugreifen. Für Logos, Hintergründe, Vorschaubilder etc. braucht man keine neuen Funktionen. Das kann WordPress bereits alles von Haus aus und man kann es im Theme nutzen. Und ich versuche den Funktionsumfang so zu wählen, dass auch „normale“ Menschen damit klar kommen.

Welches deiner eigenen Themes ist dein persönlicher Favorit?

Meistens immer das Neuste. In dem Fall also „Clear Focus“. Aber BranfordMagazine hat auch immer noch seinen Charme, auch weil es mein erstes Theme war und sicher die größten Veränderungen unter der Haube mitgemacht hat. Es ist auch immer noch mein Bestseller.

Was gehört noch zu deinem Serviceangebot?

Die Theme Entwicklung und der Verkauf von Themes machen max. 20% – 25% meines Geschäfts aus. Der überwiegende Teil entfällt auf klassisches Webdesign, Konzeption, Planung, Beratung und solche Dinge. Die Beratung und Konzeption ist mir wichtig. Ich lehne auch schon mal ein Projekt ab, wenn es komplett unstrukturiert und planlos ist. Einfach was machen, damit es gemacht ist, ist nicht mein Ding.

Alle deine Tätigkeiten führst du alleine durch. Wünscht du dir manchmal so etwas wie einen zusätzlichen Mitarbeiter, der dich unterstützt?

Naja, das ist so nicht ganz richtig. Ich habe ein gutes Netzwerk und arbeite immer wieder mit anderen Entwicklern, Konzeptern, SEOs, Grafikern oder auch PR Leuten zusammen. Ich mache sicher einiges selbst, aber ich gehöre nicht zu den Leuten, die glauben, alles können zu müssen.

Kurz und knapp

Vervollständige für uns bitte die folgenden Sätze:

Wenn es WordPress nicht gäbe, würde ich…

Bio Landwirtschaft betreiben

Das WordPress Plugin, das mich am meistens zur Verzweiflung gebracht hat, war bisher

…noch nicht gefunden. Allerdings frage ich mich manchmal, warum man ein Plugin zum Einfügen eines Google Analytics Codes braucht.

Das wichtigste bei meiner Arbeit ist für mich…

Zufriedenheit.

Meinen Arbeitstag beginne ich morgens mit…

Crosstrainer, Frühstück mit meiner Familie und dann Mails checken.

WordPress ist das beste CMS, weil…

es am besten zu meiner Arbeitsweise passt. Das muss und wird aber sicher nicht für jeden gelten und für andere Menschen wird ein anderes CMS besser sein. Das muss jeder für sich entscheiden.

In Deutschland bist du einer der bekannteren Entwickler, doch wie sieht das im internationalen Umfeld aus?

Durchwachsen. Da bin ich sicher eher Einer von Vielen. Das liegt aber wohl auch daran, dass der Großteil meiner Arbeit im deutschsprachigen Raum stattfindet.

WordPress entwickelt sich ja stetig weiter. Wie informierst du dich persönlich über Neuigkeiten aus der Szene? Bevorzugst du deutsche oder englische Quellen?

Beides. Ich habe aber keine festen Quellen, die ich täglich anzapfe. Ich mache das ganz nach Gusto. Manchmal lese ich tagelang nichts und dann wieder 20 Artikel am Tag.

Auf dem diesjährigen WordCamp in Hamburg wirst du nach zwei Jahren Pause auch erneut teilnehmen. Was bedeutet für dich der Event, was macht ihn aus?

Präsenz zeigen, Leute in der realen Welt (wieder-) treffen, die man sonst nur digital kennt und vielleicht ein paar Anregungen aus den Sessions mitnehmen. Darüber hinaus mag ich die ungezwungene Stimmung.

Was planst du für deinen weiteren Werdegang? Wo siehst du dich in 10 Jahren?

Bis dahin habe ich meinen Hof fast fertig renoviert, bin Bio-Bauer und vermarkte meine Produkte international online! 😉

Vielen Dank für deine Zeit und weiterhin alles Gute für deine berufliche Zukunft!

Danke, dass ich hier aus dem Nähkästchen plaudern durfte.

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Richard Schwerthalter

Richard Schwerthalter

Ich arbeite gerne an neuen Projekten, insbesondere der Erstellung und Optimierung von Websites. Mit WordPress arbeite ich schon längere Zeit und habe bereits einige Erfahrungen sammeln können.
Richard Schwerthalter

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