16. Juni 2014

WordPress Konferenz WordCamp Hamburg 2014 – Es lebe die Community

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Ein Beitrag von Richard Schwerthalter

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Zwei Tage voll mit WordPress. Wir waren mit über 300 anderen WordPress-Begeisterten das vergangene Wochenende auf dem Hamburger WordCamp und haben zwei Tage lang die unterschiedlichsten Sessions und Workshops besucht. Nachdem wir euch am ersten Veranstaltungstag eine Live-Berichterstattung einiger Sessions präsentiert haben, folgt nun ein Recap des gesamten WordPress-Wochenendes.

wordcamp hamburg

Das Geomatikum der Hamburger Universität

Der Veranstaltungsrahmen

Bereits am Freitagabend wärmten wir uns im Restaurant Arkadash auf, das unweit vom Veranstaltungsort liegt und ein erstes Kennenlernen bzw. Wiedersehen mit anderen Teilnehmern ermöglichte. Die Veranstaltung selbst fand an den folgenden beiden Tagen im Geomatikum der Hamburger Universität statt. Nach der Keynote von Zé Fontainhas am Samstag um 10 Uhr folgten an den beiden Tagen 43 weitere Sessions und Workshops, die von einer rein technischen Sichtweise bis zu nützlichen Anwenderseminaren eine breite Vielfalt boten. Unterteilt in Einsteiger-, Fortgeschrittenen- und Profiseminare war für jeden etwas dabei, auch ohne umfassende Fachkenntnisse. Aufgeteilt auf drei Räume gab es jeweils kurze Sessions von 25-30 Minuten. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Belegte Brötchen, Obst und Gemüse sowie Kaffee und Kuchen sorgten für angenehme Pausen zwischen den einzelnen Sessions.

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Leckere Brötchen zur Stärkung

Spontane Sessions

Zusätzlich zu den im Vorfeld eingereichten und zugelassenen Sessions gab es insgesamt sechs Spontan-Sessions (zwei am Samstag, vier am Sonntag), die aus einem Pool an Angeboten im Vorfeld über den Tag hinweg von allen Teilnehmern per Abstimmung ausgewählt werden konnten.

Samstag, Tag 1

Im Anschluss an das Check-In, bei dem jeder WordCamp-Teilnehmer ein Namensschild mit einem Zeitplan des Programms sowie ein T-Shirt bekam, folgte die Begrüßung mit anschließender Keynote von Zé Fontainhas. Mit einer gesunden Mischung aus Spaß und ernst gemeinten Ratschlägen forderte er uns, die deutsche WordPress Community, zu einer verstärkten Mitarbeit und Kommunikation auf, insbesondere im internationalen Umfeld. Gerade für Neueinsteiger sei es oft nicht leicht, die Community zu erfassen und sich aktiv mit anderen Community-Teilnehmern auszutauschen, wobei gerade das in seinen Augen mit das Wichtigste wäre.

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Das Check-In am Samstag

Anschließend folgten sieben Session-Blöcke, bei denen jeweils aus drei Alternativen gewählt werden konnte. Hier ein kleiner Einblick in die eine oder andere Session:

Pages als Lieferanten für Widgets

Dietrich Koch stellte in dieser Session die Umsetzung einer komplexen Widget-Struktur vor, die sich den Inhalt von einer WordPress Seite holen und somit Autoren und Redakteuren ohne jegliche Programmierkenntnisse eine einfache Handhabung und komplexere Nutzung zu ermöglichen. In der anschließenden Fragerunde gab es aus dem Publikum ein gemischtes Feedback mit einigen Verbesserungsvorschlägen zur Umsetzung einer solchen Funktion.

Mit einer Website auf WordPress umziehen

Carsten Pinnow präsentierte in dieser Session ein erfolgreiches Projekt des letzten Jahres, in dem ein sehr großes Online-Magazin mit ca. 2600 Beiträgen mit jeweils zwei Bildern von einer individuell programmierten Plattform auf eine WordPress-Installation transferiert wurde. Die technische Umsetzung erfolgte dabei über das WXR-Format (WordPress Extended RSS), einem erweiterten XML-Format. Schritt für Schritt wurde die Vorgehensweise zuerst mit kleineren Inhalten getestet, und auf auftretende Fehler untersucht. Ein paar Fallstricke, die während des Projektes auftraten, hob Carsten hervor und nannte die nötigen Problemlösungen dafür. An dem Projekt waren nach seinen Angaben insgesamt vier Leute einen Monat lang beteiligt und das investierte Budget betrug ca. 5000 €.

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Underscores

Konstantin Obenland, Code-Wrangler bei Automattic, stellte das Startertheme Underscore vor, das ein sehr schlankes Design und nur die nötigsten Features besitzt. Es steht in enger Verbindung mit den bisher erschienenen WordPress Default Themes und ermöglicht die einfache Entwicklung eines Themes mit den nötigen CSS-Kenntnissen. Verfügbar ist das Startertheme auf GitHub. Einen detaillierteren Bericht dazu haben wir euch direkt im Anschluss an die Session bereits präsentiert.

Neu in WordPress – Wo gibt es Hilfe und Infos?

In diesem Einsteiger-Seminar stellten Thorsten Landsiedel und Frank Staude verschiedene Quellen vor, auf denen sich Interessierte über WordPress informieren, austauschen und gegenseitig helfen können. Sie versuchten dabei, die wichtigsten Anlaufpunkte der Community aufzuzeigen und gaben Tipps zur eigenen Recherche oder die Einbringung in einem Forum.

Selbstmarketing – Die richtigen Kunden gewinnen

Detlef Krause bot eine Session zum Selbstmarketing an, in der er seinem Publikum die wichtigsten Aspekte der eigenen Vermarktung aufzeigte und Schritt für Schritt die richtige Vorgehensweise demonstrierte. Anhand eines Obstkorbes machte er deutlich, wie wichtig ein Fokussieren der eigenen Produkte und Dienstleistungen sei, anstatt die eigene Unternehmensseite mit einem breiten Angebot der verschiedensten Dienstleistungen „vollzustopfen“. Vielmehr sollte versucht werden, das stärkste Bedürfnis des eigenen „Wunschkunden“ aufzugreifen und sich darauf auszurichten. Mit Hilfe eines thematischen Blogs sowie kostenlosen Ratgebern/E-Books könnte dies noch weiter ausgebaut werden. Mit http://pearldesign.ie/ nannte er ein erfolgreiches Beispiel dieser Herangehensweise.

Newsletter und WordPress

Christian Fuchs ging in dieser Session auf den Bereich E-Mail Marketing ein und erklärte die Grundlagen für eine Newsletter-Umsetzung mit WordPress. Er beleuchtete die rechtlichen Grundlagen, die in Deutschland beachtet werden müssen und nannte die wichtigsten KPIs eines Newsletters. Anschließend stellte er eine Reihe von Tools vor, wobei er auf MailChimp und MailPoet näher einging. Eine umfassende Berichterstattung könnt ihr hier nachlesen.

Spontan Session zur WordPress Community

Die anschließende Spontan-Session von Birgit Olzem knüpfte ein wenig an die Botschaft der Keynote an und befasste sich mit den Möglichkeiten zur Mitarbeit. Birgit machte deutlich, dass JEDER etwas zum Großen und Ganzen beitragen könne, unabhängig von den fachlichen Kenntnissen. Sie wies auf die einzelnen Make Blogs auf wordpress.org hin und nannte konkrete Baustellen, an denen jeder mithelfen und sich einbringen kann, darunter das Testen von Plugins, Meldungen von Bugs und zahlreichen Übersetzungen.

Nach einer abschließenden Verkündigung durch die Organisatoren des Camps ging es um 19 Uhr dann im nahe gelegenen Central Park mit der After-Show-Party weiter, die einen gelungenen Abschluss des Tages brachte. Auf einer mit Sand aufgeschütteten Fläche konnten wir den ersten Konferenz-Tag mit dem einen oder anderen Getränk entspannt ausklingen lassen. An dieser Stelle ein Lob an das Orga-Team für die super Location.

Sonntag, Tag 2

Am nächsten Tag ging es dann wieder frisch und munter weiter. Zu Beginn gab es ein Feedback vom Orga-Team, in dem auf Anregungen und Kritik vom Vortag Bezug genommen wurde. Anschließend ging es weiter mit dem zweiten Teil der Sessions.

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Grid-Tool

Besonders gut hat mir persönlich die Session von Benjamin Birkenhake gefallen, in der er das Tool „Grid“ vorgestellt hat. Es handelt sich dabei um ein Werkzeug zum Erstellen von Landing Pages, basierend auf Containern, Slots und Boxen. Entstanden ist das Tool ursprünglich aus zwei verschiedenen Komponenten, dem Centerpage Editor sowie dem Design-Konzept Containerist. Zum Abschluss zeigte Benjamin auch noch drei verschiedene Projekte, die bereits mit Grid umgesetzt wurden. Erhältlich ist es auf GitHub, wo ihr es komplett kostenlos beziehen könnt. Eine Veröffentlichung auf wordpress.org ist für Ende Juli geplant. Eine Demo des Tools in Verbindung mit dem Twenty Thirteen Theme, könnt ihr euch hier anschauen. Die anschließende Frage-Runde machte die aufgekommene Begeisterung für das Tool sehr deutlich und sorgte für eine angeregte Diskussion.

wordcamp grid tool

Benjamin Birkenhake stellt das Grid-Tool vor

Online Shops mit WordPress

Birgit Olzem behandelte in dieser Session die Umsetzung eines eigenen Online Shops mit WordPress. Dabei bezog sie sich vor allem auf die rechtlichen Hürden, die uns in Deutschland von anderen Ländern unterscheiden. Außerdem stellte sie allgemein Pro- und Kontraaspekte für die Erstellung eines Online Shops vor. Empfohlen wurde das Plugin „German Market“, das die am meisten genutzte E-Commerce Erweiterung WooCommerce an die rechtlichen Bestimmungen in Deutschland anpasst.

Hooks, Filter und Actions

Frank Staude erklärte in dieser sehr technischen Session die Bedeutung von Actions und Filtern, die in WordPress auch als Hooks bezeichnet werden. Er stellte jeweils den Zweck und mögliche Wirkungen der beiden vor und nannte anschließend eine Reihe an konkreten Beispielen für Actions und Filter. Zum Abschluss stellte er noch zwei Quellen für Hooks vor, zum einen den WordPress Codex sowie der Webauftritt von Adam R Brown.

Spontan-Sessions

Im MarketPress-Saal gab es am Sonntag eine Session über die Entwicklung des Theme Customizer unter der Leitung von Konstantin Obenland. Hier wurde am Ende nochmals auf den Contributor Day hingewiesen, der heute stattfindet und es allen Interessierten ermöglicht, direkt etwas zum WordPress-Core beizutragen. Martin Glanert zeigte in seiner Ratgeber-Session, wie aus einer Dienstleistung ein digitales Produkt entstehen kann, das sich wie von selbst immer wieder verkauft. Zusätzlich zu diesen beiden Sessions gab es im Foyer des Geomatikum eine Einführung in Sketch-Notes und Social Media sowie im Windkanal einen Vortrag von Christoph Daum über Theme Optimierung.

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Spontan-Session von Martin Glanert

SEO für Foodblogs

Daniela Maniva Melo zeigte in dieser Session die Verwendung von Rich Snippets für Google, die sehr hilfreich für die Aufwertung des eigenen Foodblogs sind. Obwohl sie mit ihrem Blog Siebenkilopaket nur gelegentlich Rezepte postet, war sie auf der Suche nach einem geeigneten Plugin. In ihrem Votrag stellte sie drei verschiedene Beispiele vor und verglich diese ausführlich mit einander.

SEO und Linkbuilding im Jahr 2014

Julian ging expliziz auf das Thema SEO ein und zeigte die Veränderungen der letzten Jahre sowie aktuelle Trends. Anschließend gab er spezielle Tipps und Tricks zur Umsetzung auf der eigenen WordPress Seite und allgemeine Empfehlungen in Bezug auf SEO. Besonderen Augenmerk legte er auf „Content Marketing“, das immer mehr an Bedeutung gewinnt.

 

Alles in allem war es ein sehr abwechslungsreiches Programm, wobei der Schwerpunkt schon im Entwicklungsbereich lag.Hier hätten wir uns vielleicht die eine oder andere zusätzliche Veranstaltung im Anwender-Bereich gewünscht, wobei dies durch den hohen Anteil an Entwicklern auch verständlich und nachvollziehbar ist. Für alle, die in diesem Jahr nicht am WordCamp teilnehmen konnten, gibt es auf WordPress.tv schon bald Videoaufzeichnungen aller Sessions. Außerdem werden auf der offiziellen Website vom WordCamp nach und nach die einzelnen Präsentationsfolien zur Verfügung gestellt.

Fazit

Wir waren begeistert von der Veranstaltung und werden bestimmt im nächsten Jahr wieder dabei sein. Neben tollen und interessanten Sessions, hatten wir auch die Möglichkeit einige bekannte Gesichter persönlich anzutreffen und ins Gespräch zu kommen. Bei dieser Gelegenheit möchten wir auch allen Beteiligten danken, die zu einem rundum gelungenen Event beigetragen haben, insbesondere den einzelnen Speakern sowie natürlich dem Orga-Team und den weiteren Helfern in Blau, die eine super Arbeit geleistet haben. Auch den Sponsoren sei herzlich gedankt, die einen sehr günstigen Ticketpreis erst ermöglicht haben.

Weitere Rückblicke zum Hamburger WordCamp:

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Richard Schwerthalter

Richard Schwerthalter

Ich arbeite gerne an neuen Projekten, insbesondere der Erstellung und Optimierung von Websites. Mit WordPress arbeite ich schon längere Zeit und habe bereits einige Erfahrungen sammeln können.
Richard Schwerthalter

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