Gastbeitrag

Infografiken für (Un-)Kreative

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Sie sind bunt, sie sind informativ und bestenfalls sind sie ein Weitersagen wert: Infografiken. Als Trend in den USA schon längst angekommen, haben sie sich auch in Deutschland etablieren können. Denn die farbenfrohen Infobilder sind vielseitig und können als Vermittler für erklärungsbedürftige Produkte genauso wirken, wie als farbenfroher Tupfer zur Auflockerung von Blogs.

China_Mobile_Market_Infographic

Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:China_Mobile_Market_Infographic.jpg

Wenn du dich als Blogger sinnvollerweise für eine kleine Abwechslung in Form einer Infografik entscheidest, solltest du dich einiger Tipps für die Auswahl von umwerfenden Themen bedienen. Hier gibt’s die Übersicht.

Attraktive Themen richtig wählen

Leider reichen knallige Farben bei deiner Infografik nicht aus, um restlos zu begeistern. Wie immer ist der Inhalt der Schlüssel: Dabei ist es relativ einfach, aktuelle und brisante Themen zu verarbeiten, die ohnehin viel Interesse erzeugen (Beispiel: Die „Ebola-Karte“ von Huffington Post). Die wahre Kunst liegt darin, Interessantes aus einem eher langweiligen Kontext herauszuholen und sehenswert zu verarbeiten. Als schöne Anregung dient hier ein amerikanischer Webhoster, der seine kreativen Ideen aus dem großen Feld der Technik holt: Beispielsweise enthält die neueste Infografik die Evolution von filmischen Robotern im Laufe der letzten 100 Jahre (siehe hier). Genau auf diese Art und Weise kannst auch du aus eher „trockenen“ Nischen etwas frischen Wind in die eigenen Gefilde bringen. Hier lautet die Lösung also: Die Schnittmenge deines eigenen Themenbereichs mit etwas Brisantem oder Kurzweiligen herausfinden und verbildlichen.

So hoch deine Motivation sein sollte, selbst eine tolle Infografik zu erstellen – oft kommt es an diesem Punkt zu einer der folgenden zwei Situationen:

  1. Manchmal ein hartes Eingeständnis, aber hier muss jeder ehrlich zu sich selbst sein: Die eigene Kreativität reicht über den Tellerrand einfach nicht hinaus.
  2. Es fehlen die Ressourcen oder die Muße, um ehrlich kreativ zu werden.

In beiden Fällen endet es damit, dass eine Infografik mit außergewöhnlichen, frischen Inhalten nicht möglich ist.

USDA-Infografik

Copyright USDA: https://www.flickr.com/photos/usdagov/10962211375/in/set-72157635098454818

Themenrecycling

Keine komplett neue, revolutionäre Infografik herausbringen zu können mag nun negativ anmuten – ist aber halb so schlimm. Schließlich gibt es vier wunderbare Alternativen, die allesamt unter den Begriff „Themenrecycling“ fallen und das harte Bloggerleben für dich ein wenig erleichtern können.

Eigene Blogthemen wiederverwenden

Es gab einen (noch halbwegs aktuellen) Beitrag in deinem Blog, der richtig gut ankam? Analyse-Tools wie Google Analysis oder die interne Variante in WordPress verschaffen dir hier einen Überblick, der sich spätestens jetzt so richtig auszahlt. Genau diesen beliebten Artikel kannst du dir nämlich für eine Infografik zu Nutze machen. Die folgenden Punkte helfen, hier noch etwas strukturierter vorzugehen:

  1. Identifikation eines besonders relevanten Unterthemas als Basis für die Infografik (gilt vor allem für eher holistische Beiträge!).
  2. Kleine Recherche zu weiteren, brandneuen Statistiken für den Inhalt.
  3. Eventuell noch eine Anreicherung mit weiteren Themenaspekten, Meinungen anderer, Best/Worst Cases anderer, …
  4. Überlegung, ob eine andere Form der Darstellung möglich ist: Zeitablauf, Prozessablauf, Meilensteine, Anleitung, …
  5. Musste für einen deiner neuen Beiträge ein eher umfangreiches Thema erarbeitet werden, da es keine gute Kurzfassung im Netz gibt? Höchstwahrscheinlich eignet sich das dann auch für eine Infografik, die andere dankbar annehmen würden.

Auf diese Weise wird dein ursprünglicher Beitrag um einige kleine Zusatzinformationen erweitert und gibt eine hervorragende Infografik ab, die den Betrachter auch nicht gleich erschlägt.

Themen anderer Blogs verwenden

Wenn dir beim Durchstöbern anderer Blogs richtig überzeugende Inhalte über den Weg laufen, kannst du auch diese als Grundlage für die nächste Infografik hinzunehmen. So begibst du dich auch nicht in die Gefahr, als redundanter Mitläufer betrachtet zu werden. Stattdessen wird ein ganz neuer Content erstellt, der den einen oder anderen Punkt besser als jeder Text vermitteln kann und schlichtweg mehr Spaß beim Betrachten macht.
Der Ablauf gestaltet sich wie bei der oben dargestellten Aufarbeitung der eigenen Blogthemen.

Tipp für Unkreative: Übersetzungen

Möchtest du wirklich nur einen minimalen Aufwand in die Infografik stecken, eignet sich der direkte Blick auf Infografiken in anderen Sprachen – höchstwahrscheinlich wird es dabei eine Grafik aus dem Englischen sein. Bei der Übersetzung sind zwei Wege möglich: Einerseits die Ansprache des Urhebers mit der Bitte, das Werk im jetzigen Design übernehmen zu dürfen – sofern die Grafik nicht ohnehin eine entsprechende Lizenz zur Weiterverarbeitung enthält (empfohlen!). Andererseits kannst du auch einfach die Daten und das grundsätzliche Layout der Infografik übernehmen und in neuem Gewand wiedergeben.

Der Nutzen für deine Blog-Besucher besteht darin, dass der Inhalt auch denjenigen, die nicht so gut Englisch sprechen, zugänglich gemacht wird. Daneben findet der Content so generell noch eher zu deutschen Adressaten.

Tipp für sehr Unkreative: Infografik übernehmen

Der Vollständigkeit halber sei auch dies genannt: Wenn du partout keine Zeit investieren willst, aber dennoch eine passende Infografik in deinen Blog übernehmen möchtest, nimmst du den bunten „Bildteppich“ eines anderen. Selbstverständlich gilt es auch hier, die ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers einzuholen oder aber eine Grafik mit entsprechenden Bildrechten zu verwenden.
Letztlich ist dies schließlich auch das, was eigentlich jeder Infografikersteller möchte: Aufmerksamkeit. Und sei es durch das Wiederverwenden des eigenen Bildes in anderen Blogs – was für die sehr faule Lösung übrigens dann etwas schwieriger wird, da meist nicht auf deine Website verlinkt wird, sondern auf die Domain der ursprünglichen Bildquelle . Hier muss dann vielleicht doch etwas mehr Arbeit in die Infografik fließen, wofür aber gesagt sei: Es lohnt sich.

Wenn ihr jetzt loslegen wollt: Das Infografik-Programm Piktochart haben wir hier getestet.

Infographik mit Piktochart


Sabine Langmann

Sabine Langmann

Sabine ist Teil des Online-Marketing-Teams der Kölner Agentur mindshape. Sie hat sich mit Haut und Haaren den bunten Infobildern verschrieben und das größte Infografikverzeichnis deutschsprachiger Infografiken gegründet: www.die-infografik.de.
Sabine Langmann

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