Im Interview

WordPress macht’s möglich: Satirisches Fußballmagazin

Das Internet hatte schon immer einen recht exquisiten Geschmack in Sachen Humor oder wie ließe sich der Crowd-Funding-Erfolg von Iron Sky anders erklären? Auch Satire-Magazine erleben im Netzzeitalter ihre Blüte: der-Postillon wäre da ein bekanntes Beispiel. Nur ein klein wenig unbekannter, aber ebenso bissig widmet sich der Blog „Mutti, der Libero“ dem liebsten Sport aller Deutschen: Fußball. Und wie ginge das anders, als mit WordPress?
Mutti der libero

Ein Mischung aus Sportsatire, nackten Weibern und süßen Kätzchen

So beschreibt Manuel seinen Blog „Mutti, der Libero“ selber – letztlich finden wir hier vor allem ersteres! Die Idee entstand schon früh und das Magazin sollte zunächst als gedruckte Zeitung erscheinen. „Das war Ende der 90er noch ziemlich hip, kann man sich heutzutage natürlich nicht mehr vorstellen.“ Doch dann kamen das Internet und WordPress und Manuel entschied sich für einen Blog. Im Interview wollten wir wissen, wie er zum Fußball kam und wie so die Arbeit für seinen Blog aussieht.

Katze Fußball

Kätzchen sind wohl noch erfolgreicher online als Fußball-Themen….

In welcher Beziehung stehst du zum Fußball? Bist du ein eingefleischter Fan oder spielst du gar selbst?

„Als Kind und Jugendlicher habe ich lange im Verein gespielt, aber die Fußballschuhe rechtzeitig mit Anfang 20 im Keller meiner Eltern verschimmeln lassen. Anstatt etwas Anständiges zu lernen habe ich dann Sportwissenschaft studiert und angefangen über Fußball zu schreiben.“

Auf deinem Blog erwähnst du auch das Magazin „11 Freunde“. Holst du dir dort oft Inspirationen, also bist du ein Stammleser?

„Ich besuche ungefähr 20 Webseiten regelmäßig. Da gehören die „11 Freunde“ natürlich dazu. Sie veröffentlichen hin und wieder auch meine Blog-Texte auf Ihrer Website – und wenn ich dort etwas entdecke, was ich lustig finde, dann verlinke ich es bei mir im Blog. Ich versuche immer, drei möglichst aktuelle Links zu anderen Seiten auf der Homepage zu integrieren.“

Und dann hast du dich für WordPress entschieden als CMS – hast du auch andere ausprobiert oder war WordPress direkt das überzeugendste System für dich?

„Mein Interesse an Programmiersprachen und IT-Details hält sich doch sehr in Grenzen. Trotzdem wollte ich ein bisschen gestalten können. Auch wenn ich für den folgenden Satz nur wenige Cent bekomme, muss ich ihn sagen: Mir hat das Buch „Blogs, Video und Online-Journalismus“ von Moritz Sauer sehr geholfen! Damit saß ich vor dem Rechner und habe den Blog aufgebaut wie ein IKEA-Regal. Auch das Ergebnis ist in etwa das gleiche.“

Gibt es Dinge, die dich an WordPress nicht so begeistern, wo du Nachbesserungsbedarf siehst?

„Puh. Vielleicht gibt es noch nicht die perfekte All-in-one-Backup-Lösung – oder man könnt die Plugin-Suche etwas verbessern.“

Als Theme nutzt du „The Morning After“ von Woo Themes – wieso hast du dich für dieses entschieden und hast du auch andere getestet?

„Es ist vor allem kostenlos, nicht allzu sehr verschnörkelt und zweispaltig. Es schien mir vor zwei Jahren ganz passend. Es hat aber große Schwächen bei der Darstellung auf Smartphones und ich kämpfe mit ein, zwei kleineren Tücken. Also: Hallo, liebe Web-Designer mit Herz – bitte melden!“

Wie viele Plugins nutzt du auf deinem Blog und welche sind die wichtigsten?

„Ungefähr 25. Damit das, was ich veröffentliche, auch angeklickt wird, sind natürlich Plugins zu Facebook, Twitter und Google+ wichtig, aber auch das Kommentar-Plugin.“

Deine Seite rangiert unter den Top 50 Satire Seiten – wie viele Besucher hat sie aktuell jeden Monat und wie hat sich dein Traffic seit Beginn deines Blogs entwickelt?

„Dieses Label sollte man vielleicht nicht ganz so ernst nehmen. Insgesamt entwickelt sich der Traffic nach oben, ist aber sehr von einzelnen viralen Highlights abhängig. Wenn ich aber mit einer „News“ – wie der Meldung über Uli Hoeneß‘ verlorene Schreibwaren-Quittung – im Ranking bei 10000flies.de auftauche, finde ich das nicht so schlecht. Es gibt aber auch immer noch Beiträge, die außer mir keiner anklickt.“
Manch ein Artikel lockt tausende auf den Blog - andere niemanden.
Wie viel Zeit investierst du in der Woche für deinen Blog?

„Auch das schwankt sehr. Ich würde sagen: 5 bis 15 Stunden.“

Kannst du von deinem Blog leben oder betreibst du ihn mehr aus reiner Leidenschaft?

„Davon leben?! Hey, Pressengers, ich mache hier die Witze!“

In der Welt der Blogger geht es manchmal sehr harsch zu und Fußball ist ein hoch-emotionales Thema, bei dem nicht jeder Spaß versteht – bekommst du manchmal auch fiese Mails?

Klar bekommt man gelegentlich Kommentare und Mails, in denen man beschimpft wird. Das gehört dazu. Der Anspruch an die Leser ist, dass sie auch über ihren Lieblingsverein lachen können. Jemand der beispielsweise HSV-Fan ist und nur Bremen-Gags lesen will, der wird bei „Mutti“ früher oder später enttäuscht. Zum Glück.!

Deine Artikel sind aber nicht nur sportlich motiviert, sondern spiegeln auch politische Missstände wieder – etwa die hohe Arbeitslosigkeit in manchen EU-Ländern oder die russische Version Olympias. Das kann schnell auch zu dünnem Eis werden, auf dem du dich da bewegst – lässt du deine Artikel von jemandem gegenlesen, bevor sie online gehen?

„Auch wenn man es nicht merkt, aber meine Artikel werden vor allem hinsichtlich der Rechtschreibung größtenteils gegengelesen. Grundsätzlich empfinde ich das Eis nur da als dünn, wo ich mich thematisch nicht auskenne. Also in Bereichen wie Fußball, Politik und WordPress-Plugins.“

Bilder: Screenshots / MaxyM, shutterstock.com


Eilenna

Eilenna

Die kreative Vielfalt von WordPress überzeugt mich. Am liebsten teste ich Plugins, deren Mehrwert im Detail liegt. Auf der Suche bin ich noch nach meinem Lieblingstheme...
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