Bitte aktualisiere noch nicht?

Released: WordPress 5.0 ist verfügbar!

Es ist vollbracht, die Entwickler hinter Matt Mullenweg haben uns WordPress 5.0 in den Nikolausstrumpf gepackt (oder so ähnlich). Wir haben vermutlich genauso gespannt wie du auf das große Release hingefiebert, mit gemischten Gefühlen. Was sich nun ändert und warum du nicht unvorbereitet aktualisieren solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Ob sich der kubanische Jazzmusiker Bebo Valdés über dieses umfassende, alles verändernde WordPress Update und die damit verbundene, ihm gewidmete Betitelung gefreut hätte, wissen wir nicht. Eines steht für uns aber fest: Das große Release von WordPress 5.0 verändert deine Art mit dem wegen seiner komplexen Einfachheit beliebten CMS zu arbeiten, wenn du es lässt.

Im Zentrum steht der neue, hauseigene Editor mit dem Codenamen „Gutenberg“, welcher nun den etablierten WYSIWYG Editor TinyMCE – übrigens die weltweit populärste JavaScript Bibliothek für Rich Text Editing – ablösen soll. Dass damit große Teile der WordPress Community nicht so ganz einverstanden sind, ist bei einer solchen Sanierung nicht verwunderlich. Interessant ist die Zeit, die uns allen bevorsteht, wenn wir uns entschließen den Weg in die Zukunft mit dem neuen Block System zu beschreiten.

Warum du noch nicht einfach auf WordPress 5.0 updaten solltest

Jedes Update birgt neben den Sicherheitslücken, die es stopft, auch Gefahren für eine gut laufende Website: Es kann bestehende, individuelle Systeme durch unvorhersehbare Bugs, Darstellungs- und Bedienungsprobleme komplett aus der Bahn werfen. Weißt du, ob all‘ deine eingesetzten Plugins einwandfrei mit „Bebo“ kooperieren werden? Ist dein Theme bereits für das Block System ausgelegt? Wann wurde eigentlich dein Formularplugin das letzte mal von den Entwicklern aktualisiert? Wenn du über diese und ähnliche Fragen erst nachdenken musst, verwendest du vermutlich keine geeignete Staging Umgebung, mit der du die Funktionalität deiner Produktivumgebung testen und sicherstellen kannst. In diesem Fall gilt ein Update auf WordPress 5.0 für dich zum jetzigen Zeitpunkt als fahrlässig.

Kleine Websites, die sich auf wenige, aktuelle Plugins beschränken und WordPress als CMS hauptsächlich für statischen Content nutzen, können den Schritt wagen und updaten. Es empfiehlt sich, die Websites der eingesetzten Plugins und ggf. auch des Themes auf deren Kompatibilität mit Gutenberg zu überprüfen. Bei Yoast wird hier proaktiv auf die neue Oberfläche eingegangen. Natürlich ist ein vorheriges Backup aller Webdateien und der WordPress Datenbank unerlässlich!

Allen anderen sei geraten, die ersten Wochen nach dem heutigen Release abzuwarten und in der Zwischenzeit die eigene Site in einer geschützten Testinstallation ausgiebig zu überprüfen und gegebenenfalls von einem Fachmann auf Gutenberg vorbereiten zu lassen.

Wichtig: Für WordPress 5.0 wird eine PHP Version ab 7.2 empfohlen (kompatibel ist WordPress bis PHP 7.3), sowie MySQL 5.6 bzw. MariaDB ab v. 10.0 oder höher.

Zu spät? Du hast bereits auf 5.0 aktualisiert?

Kein Problem!? Wahrscheinlich funktioniert deine Webpräsenz nach außen hin wie gehabt. In den meisten Fällen verändert das Update für deine Besucher gar nichts. Die Art wie du mit dem Backend arbeitest, insbesondere beim Verfassen und Bearbeiten von Beiträgen, hat sich geändert. Und weil du gerade jetzt vermutlich nicht genug Zeit hast, dich angemessen einzuarbeiten, lädst du dir am besten für die Übergangszeit das offizielle Plugin „Classic Editor“ herunter. Es wird dir bis 2022 ermöglichen, auf das Blocksystem zu verzichten oder dich langsam damit anzufreunden.

Was hat WordPress 5.0 zu bieten?

Im Zentrum steht der vielbesprochene Editor Gutenberg. Er teilt deine Inhaltsbereiche wie Überschriften, Absätze, Bilder usw. in Blöcke auf und ermöglicht das einfache Editieren ohne Programmierkenntnisse. Das alles soll noch geschmeidiger funktionieren als mit dem bisherigen Editor. Damit diese Blöcke im Backend auch genauso aussehen, wie sie im Frontend durch das WordPress Theme interpretiert werden, müssen Entwickler hier entsprechende CSS Informationen auch für das Backend rund um Gutenberg hinterlegen.

Damit sollen auch die vielen Page Builder Plugins ihren Nutzen verlieren und durch die WordPress Out-Of-The-Box Experience abgelöst werden. Wer Erweiterungen wie WPBakery und ähnliche im Einsatz hat und davon loskommen möchte, sieht sich mit einem gigantischen Aufwand im Zuge der Rückführung konfrontiert, hinterlassen derartige Plugins häufig eine Wüste an verschachtelten Shortcodes zur Organisation der komplexen, pre-Gutenberg Blockstrukturen.

Ebenfalls mit im Gepäck ist das brandneue WordPress Theme Twenty Nineteen, welches – wie erwartet – perfekt mit Gutenberg harmoniert und in jeglicher Hinsicht richtungsweisend das Blocksystem einsetzt.

Weitere Informationen zum Major Release 5.0 findest du direkt bei den Entwicklern von WordPress.

Ein Handbuch für Gutenberg-Entwickler und -Designer

Nichts ist für einen Entwickler nützlicher, als ein aussagekräftiger Leitfaden für das verwendete System. Hier ist WordPress wie gewohnt vorbildlich, für das Blocksystem hinter Gutenberg wurde ein eigenes Handbuch erstellt, welches hier zu finden ist.

Dein Fazit zu WordPress 5.0?

Hast du schon aktualisiert? Was sind deine bisherigen Erfahrungen? Ist alles glatt gelaufen? Schreib es uns in den Kommentaren!

Kommentare zu "Released: WordPress 5.0 ist verfügbar!"
  1. pezi schrieb am 8. Dezember 2018, um 00:51 Uhr:

    Hallo
    Meine Meinung kennt man ja schon von hier: https://pressengers.de/news/das-neue-wordpress-steht-vor-der-tuer/#comments

    Klar:
    Andere wurden ja „unerwartet erwischt“, da gibts plötzlich Hilferufe, weil Plugins und Themes (wie ihr hier sagt, meist eh nur im Backend) spinnen.

    Aber:
    Mittlerweile hörte ich von einem, durchaus versierten WP Kenner und Informatiker, der Gutenberg zuvor dem gleichnamigen Plugin testete, dass der nun fix eingebaute Gutenberg noch viel schlimmer sei als das Plugin. Es gäbe einige Fehler, zB. mit dem Focus des Cursors.

    Das schlimme daran: Der kann sich helfen, ihr hier seit Profis – aber was ist mit uns Otto NormalBlogger?

    ———————————————–

    ClassicPress sei Dank gibts auch eine dauerhafte Alternative. Ich habe mich inzwischen dort gemeldet und es wurde schnell ein deutschsprachiger Supportbereich eingerichtet. (war meine Idee – stolzbin)
    Und zuletzt ließ man das verlauten: https://www.classicpress.net/blog/2018/12/06/can-i-use-the-classicpress-beta-on-live-website/!

    Hoffe nur, diese Alternative ist von Dauer …

  2. Aro schrieb am 9. Dezember 2018, um 16:06 Uhr:

    Sind der neue Editor und das Theme eigentlich die einzigen Neuerungen bei WordPress? Wieso dann gleich einen ganzen Versionssprung?

  3. Rheinlaender schrieb am 12. Dezember 2018, um 10:18 Uhr:

    1) ich finde es von Entwicklern unverschämt, den Gutenberg Editor in der Adventszeit zu pushen.

    2) die Verunsicherung ist zu gross, igrorieren sollte Mullenweg das nicht.

    3) fork situation – im wahrsten Sinne des Wortes

    ich rupfe das Gänseblümchen ob ich nicht doch die Migration zu classicpress wähle und dem ganzen Gutenberg Scheiss endgültig den Rücken kehre.

    Der Erfolg von Classicpress hängt davon ab, ob sich genügend PlugIn Entwickler mit der Abzweigung solidarisieren.

    ich habe disable gutenberg installiert, was bisher ausgezeichnete Bewertungen erhalten hat, dennoch halte ich mich mit dem Major Upgrade vorläufig zurück.

Schreibe einen Kommentar

Pressengers lebt von der Wordpress Community, beteilige dich mit einem Kommentar!
Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.