WordPress barrierefrei

Recap: WordPress Meetup München Februar 2016

Barrierefreies WordPress – was ist damit überhaupt gemeint? Und wie setze ich eine zugängliche WordPress Seite um? Rund um das Thema Barrierefreiheit drehte sich das Münchner WordPress Meetup im Februar.

Vergangenen Donnerstag fand das Münchner WordPress Meetup zum Thema „Barrierefreiheit – Internet für alle“ statt. In den Tagungsräumen des Café Regenbogen fanden sich einige WordPress Freunde zusammen, um über barrierefreie WordPress Seiten zu lernen und zu diskutieren.

Vortrag: Internet für Alle! von Elisabeth Hölzl

Das Meetup begann mit einem spannenden Vortrag von WordPress Entwicklerin Elisabeth Hölzl rund um Barrierefreiheit in WordPress. Die Vortragsfolien findet ihr zum Nachlesen in der Dropbox.

WordPress Meetup Barrierefreiheit Accessibility

Über Barrierefreiheit im Internet wurde auf dem WordPress Meetup München diskutiert

Was bedeutet Barrierefreiheit?

Gleich zu Beginn erklärte Elisabeth, dass ihr der Begriff „Barrierefreiheit“ eigentlich sperrig und negativ erscheint. Stattdessen sollte lieber über „Accessibility“, also „Zugänglichkeit“ gesprochen werden.

Zugänglichkeit bedeutet in diesem Fall, dass eine Webseite unabhängig von der benutzten Soft- und Hardware, körperlichen Einschränkungen oder vorübergehenden Einschränkungen zum vorgesehenen Zweck verwendet werden kann.

Zugänglich für wen?

Um eine WordPress Seite zugänglich gestalten zu können, muss man sich über die konkreten, möglichen Schwierigkeiten im Klaren sein. Wer verwendet meine Webseite? Welche Einschränkungen können bestehen? Welche Hilfsmittel werden möglicherweise verwendet?

Hierbei sollten Menschen berücksichtigt werden, die nicht oder eingeschränkt sehen oder hören können, oder beispielsweise keine Maus verwenden. Die Seite sollte also rein über die Tastatur bedient werden können und für Screen Reader gut lesbar sein.

Regeln für barrierefreie Webseiten

Um WordPress Seiten zugänglich zu gestalten, gibt es natürlich keinen goldenen Weg für alle. Jedoch gibt es durchaus einige grundsätzliche Regeln und Prinzipien, an denen man sich orientieren kann:

  • Überschriften-Hierarchie befolgen
  • ARIA-Spezifikation verwenden
  • Links für Screen Reader ergänzen
    <a href=””>Weiterlesen<span class=“screen-reader-text“>Sinnvolle Info, die der Screen Reader vorliest</span></a>
  • Webseite klar strukturieren
  • Weißraum verwenden!
  • Keine selbststartenden Elemente
  • Formulare: Fehlermeldungen unten, kein Zeitlimit zum Absenden
  • Verschiedene Möglichkeiten bieten (z.B. Farbschema umstellen, Spracheingabe ermöglichen)
  • Gute Suchfunktion

(Dies sind nur einige der diskutierten Wegweiser. Über die Regeln ließe sich ein kompletter Artikel schreiben!)

WordPress zugänglich gestalten: Plugins

Zum Abschluss zeigte Elisabeth zwei hilfreiche WordPress Plugins: einmal eine Erweiterung für Contact Form 7, das Plugin Contact Form 7: Accessible Defaults. Mit diesem Plugin könnt ihr barrierefreie Contact Form 7 – Formulare erstellen. Außerdem gibt es das Plugin WP Accessibility, mit dem ihr verschiedene Aspekte eurer WordPress Seite zugänglicher macht.

Fazit & Erkenntnisse für die Praxis

Interessanter Vortrag schön und gut – aber was lernen wir für die Praxis? Ich persönlich nehme aus dem Meetup vor allem die Tatsache mit, dass einige Aspekte von Zugänglichkeit auf Webseiten extrem einfach umzusetzen sind.

Das betrifft einerseits Formulare: es ist kein Hexenwerk, die Eingabefelder korrekt zu labeln und hilfreiche Fehlermeldungen an sinnvoller Stelle auszugeben. Und gut bedienbare Formulare sind meiner Meinung nach essentiell!

Außerdem gut umsetzbar ist eine klare Webseitenstruktur. Dadurch wird eure Seite nicht nur zugänglicher, sondern auch die Usability wird verbessert, die Verwaltung und Pflege wird einfacher, uvm.
Eine saubere, klare Struktur erreicht ihr zum Beispiel durch die Verwendung der ARIA-Spezifikation, der Einhaltung der Überschriften-Hierarchie (h1, h2,…), der Verwendung von ausreichend Weißraum zwischen einzelnen Elementen und einem konsistenten Layout.

Generell sollte der Aspekt der Zugänglichkeit bereits bei der Konzeption einer Webseite bedacht werden. Im Nachhinein eine Seite „noch schnell barrierefrei zu machen“ klappt weniger gut. Trotzdem gibt es einige Maßnahmen, die auch bei bestehenden Webseiten nachträglich durchgeführt werden können und deutlich zu besserer Zugänglichkeit beitragen.

Auch die beiden Organisatorinnen Kirsten und Elisabeth haben über Accessibility gebloggt, dort findet ihr unter anderem einige nützliche Tools.

Danke an Kirsten Schelper und Elisabeth Hölzl für die Organisation des Meetups!


Katharina

Katharina

Beim Webseiten basteln vergesse ich schnell mal die Zeit. An WordPress gefällt mir besonders die vielfältige Welt der Plugins und Themes, die zum Ausprobieren einlädt.
Katharina
Kommentare zu "Recap: WordPress Meetup München Februar 2016"
  1. Bruno schrieb am 1. März 2016, um 18:16 Uhr:

    Danke für den Hinweis. Ich bin über diesen Beitrag auf barrierefreies Bloggen aufmerksam geworden und beschäftige mich seitdem damit http://www.oliveira-online.net/wordpress/index.php/2015/12/29/barrierefrei-bloggen/

    1. Katharina schrieb am 3. März 2016, um 10:29 Uhr:

      Hallo Bruno,

      schön, dass du dich mit barrierefreiem Bloggen beschäftigst! Aber dein Blogbeitrag ist doch schon älter als unserer? 😉

      Viele Grüße,
      Katharina

  2. 10 kostenlose WordPress Themes für barrierefreie Seiten schrieb am 3. März 2016, um 12:51 Uhr:

    […] dem Münchner WordPress Meetup waren sie Thema: barrierefreie WordPress Seiten. Aber nicht nur durch Plugins erreicht ihr bessere […]

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