Interview mit Thorsten Kucklick von Digitalbetrieb
Bootstrapping als Garant für unternehmerische Unabhängigkeit

Interview mit Thorsten Kucklick von Digitalbetrieb

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Als Online-Unternehmer betreibt er verschiedene kleinere und größere Projekte im Web. Auf seinem Blog Digitalbetrieb dreht sich alles um die Themen Startups, Marketing und Bootstrapping, mit denen er seinen Lesern hilfreiche Tipps zur Gründung eines Online-Projektes gibt. Die Wahl des CMS fiel auf WordPress, mit dem er sich auch inhaltlich auf seinem Blog beschäftigt.

thorsten kucklick

Hallo Thorsten, schön dass du dir Zeit für ein kurzes Interview genommen hast. Vielen Dank!

Zu Beginn ein paar Worte zu deiner Person. Wer bist du und woher kommst du?

Ich bin Online-Unternehmer, und meine aktuellen Startups sind MeinSpiel.de und UltraPress.de. Daneben betreibe ich den Blog DigitalBetrieb.de. Ich komme ursprünglich aus Wilhelmshaven, heute lebe ich in Hamburg.

Auf „Digitalbetrieb“ schreibst du über die Gründung und Entstehung von Online-Projekten und gibst Tipps und Tricks zur praktischen Umsetzung. Wo siehst du den Fokus deines Blogs?

Da ich selbst großer Fan des Prinzips Bootstrapping bin, also des Gründens ohne fremdes Geld und aus eigener Kraft, liegt hier der Schwerpunkt des Blogs. Und daraus ergibt sich auch eine Art übergeordnetes Thema, das die Motivation vieler Gründer ist: Unabhängigkeit. Denn Bootstrapping ist in meinen Augen ein Garant für die eigene unternehmerische Unabhängigkeit.

Was genau können wir uns unter „Bootstrapping“ vorstellen?

Bootstrapping heißt in erster Linie, dass ich beim Aufbau meines Business auf externes Kapital verzichte. Der Start erfolgt also mit sehr kleinem Budget (siehe mein E-Book „Das 1.000-Euro-Startup“  ), wobei der Fokus von Anfang an auf dem Aufbau von Erlösströmen liegt, um den weiteren Aufbau zu finanzieren.

Seit wann gibt es „DigitalBetrieb“ und wie hat der Blog sich seitdem entwickelt? Wie viele Besucher hast du an einem durchschnittlichen Tag?

Ich habe das Ganze 2011 mehr oder weniger hobbymäßig gestartet, aber mittlerweile merke ich, dass ein solcher Blog einfach auch eine gute Plattform für Kontakte hinsichtlich unterschiedlicher Aktivitäten im Business sein kann. Daher werde ich den Blog demnächst auch etwas professionalisieren. Zurzeit tummeln sich dort täglich rund 100 Leser.

Was ist die Hauptzielgruppe deines Blogs?

Ich richte mich mit dem Blog an Selbständige und kleine Teams, die ein unabhängiges Online-Business aufbauen wollen.

Wieso hast du dich für WordPress als CMS entschieden?

Als Nicht-Programmierer bin ich absolut begeistert von WordPress, da man hier sehr einfach und komfortabel wirklich tolle Websites bauen kann.

Hast du in der Vergangenheit schon andere Systeme verwendet? Wenn ja, welche?

Mein allererstes Webprojekt habe ich vor etlichen Jahren mit dem CMS WebEdition aufgebaut, wobei ich gar nicht weiß, ob es das System noch gibt. Anschließend hatte ich noch Erfahrungen mit Typo3 und einem komplett individuell gebauten CMS, aber ich muss sagen, dass mir WordPress doch mit Abstand am meisten zusagt.

Als Theme hast du dich für Tribune von WPZoom entschieden, ein Template, das sich gut für Zeitungen und Magazine eignet. Wieso gerade das?

Beim Start meines Blog hat mir der Magazin-Stil sehr gut gefallen. Nach dem demnächst anstehenden Relaunch wird sich das jedoch ändern.

Wie gehst du mit dem Thema Plugins um? Verwendest du viele oder beschränkst du dich auf die wichtigsten? Welche sind das?

Ich habe einige ausprobiert, mittlerweile versuche ich jedoch immer so viel wie nötig und wenig wie möglich zu verwenden, da jedes Plugin einfach die Komplexität und auch die Ladezeit einer Website vergrößert. Eines meiner Favoriten ist sich sicher das Formular-Plugin QuForms.

WordPress spielt auch inhaltlich auf deinem Blog eine Rolle. Was traust du dem CMS zu?

WordPress hat ja bereits Großartiges geschafft. Untersuchungen zufolge sollen ja bereits knapp 20 Prozent aller weltweiten Websites mit WordPress laufen, und darunter sind viele renommierte Schwergewichte. Wenn ich mir das Ökosystem mit den zigtausenden Themes und Plugins anschaue, kann ich nur staunen, was sich um ein einziges System so entwickelt hat. Was Prognosen zur weiteren Entwicklung angeht, tue ich mich damit schon etwas schwer. Ich denke einfach, dass es wichtig sein wird, dass WordPress sich weiterhin stetig verbessert und neue Entwicklungen proaktiv aufgreift.

Wie schätzt du dein Wissen und Können bezüglich WordPress ein?

Was das Leistungsvermögen des Systems als solches angeht, kenne ich mich mittlerweile ganz gut aus. Ich kann relativ schnell einschätzen, ob man irgendetwas mit WordPress umsetzen kann, und mit welchen Komponenten das geht. Die Umsetzung selber überlasse ich jedoch lieber Spezialisten, mit denen ich zusammenarbeite, da ich wie gesagt kein Programmierer bin und auch keine Ambitionen habe, einer zu werden.

Dein größtes eigenes Projekt ist MeinSpiel, eine Plattform, auf der man individuelle Spiele, Puzzle und Zubehör gestalten und erwerben kann. Wie kam es zu der Idee und wann fing das Ganze an?

Das Ganze fing ursprünglich mit einer Schnapsidee an, Quartettkartenspiele mit Kneipen anstatt mit Autos zu entwickeln und zu vertreiben. Anfangs waren wir also ein Verlag, unter anderem für das „Hamburger Bar- und Kneipenquartett“. Da unser Interesse aber immer mehr gen Online-Bereich ging, und viele Kunden bei uns nach individuellen Quartett-Ausführungen fragten, kam uns irgendwann die Idee, eine Plattform zu bauen, auf der sich jeder sein individuelles Spiel gestalten kann, was wir dann als Einzelstück oder in Großauflage produzieren.

Mein Spiel

Mittlerweile betreibst du mehrere Projekte im Online-Bereich. Von wie vielen reden wir genau?

Ich beschäftige mich hauptsächlich mit den zwei genannten Projekten, nämlich MeinSpiel und UltraPress. Wenn man den Blog auch als Business begreift, wäre das ein drittes Projekt. Daneben habe ich vor einiger Zeit noch das Projekt Wunschverpackung.de gestartet, das momentan allerdings eher hintenan steht.

Wie viel Zeit investierst du in der Woche und kannst du gut davon leben?

Da ich mittlerweile zweifacher Familienvater bin, arbeite ich nicht viel mehr als 40 Stunden pro Woche. Das ist für einen Selbständigen eigentlich wenig, zwingt aber auch immer wieder dazu, mich wirklich zu fokussieren. Und ja, ich kann gut davon leben, wobei ich mir eine 4-Stunden-Woche á la Tim Ferriss leider noch nicht leisten kann.

Welche Rolle spielt WordPress für dich persönlich? Ist es eine Leidenschaft von dir oder eher Mittel zum Zweck?

Beides. Es fing an mit der Begeisterung für WordPress als Gestaltungstool, die ungebrochen ist. Und daher setze ich WordPress natürlich auch ganz pragmatisch für meine Projekte, insbesondere Ultrapress.de ein.

Wo gibt es für dich noch Verbesserungspotential an der Software?

Es gibt in der Standard-Ausstattung nach wie vor einige Angriffspunkte für Spam, was manchmal nervig ist, wozu es aber auch wiederum wirksame Plugins gibt. Allerdings ist die Vielfalt an Plugins inzwischen so groß, dass es keine wirklich gute Übersicht gibt, was sicher irgendwie zu bewerkstelligen wäre. Auf der anderen Seite könnte WordPress selbst einige Funktionen, für die man Plugins braucht, auch gleich direkt integrieren.

Was können wir deiner Ansicht nach in der nächsten Zeit von WordPress erwarten?

Ich glaube, dass sich das System aufgrund seiner Stärken noch weiter verbreiten wird, und dass sich die Qualität der WordPress-Websites weiterhin verbessert, weil ganz einfach die Entwicklergemeinde rund um das System so dermaßen groß ist, dass permanent neue und bessere Funktionen und Themes auf den Markt kommen – auch ohne dass sich das Basis-CMS währenddessen großartig weiterentwickeln muss. Vom WordPress-System selbst denke ich, dass es künftig sicher die eine oder andere weitere Entwicklung in Richtung Mobile beziehungsweise Responsiveness geben wird.

Vielen Dank für deine Zeit und weiterhin viel Erfolg mit deinen Projekten!


Richard Schwerthalter

Richard Schwerthalter

Ich arbeite gerne an neuen Projekten, insbesondere der Erstellung und Optimierung von Websites. Mit WordPress arbeite ich schon längere Zeit und habe bereits einige Erfahrungen sammeln können.
Richard Schwerthalter

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