Wähle einen Beruf, den du liebst…

Interview mit neontrauma

Als Webdesignerin verdient Anne Mühlbauer in einer eCommerce Agentur ihr tägliches Brot. Sie hat damit ihr Hobby zum Beruf gemacht. In ihrer Freizeit betreibt sie mit neontrauma außerdem ihren eigenen Blog, der eine bunte Mischung aus DIY, WordPress und Fotografie ist. In einem Gespräch mit ihr haben wir einiges über sie und ihren Blog erfahren.

anne mühlbauer von neontrauma

Hallo Anne, es freut mich dich kennenzulernen und schon mal Danke für deine Bereitschaft für ein Interview.

Hallo Richard! Ich bin schon gespannt auf deine Fragen.

Ich denke „neontrauma.de“ werden noch nicht alle kennen. Magst du dich und deinen Blog kurz vorstellen?

Ich bin 27 Jahre alt, wohne in Leverkusen und arbeite als Webdesignerin in einem Kölner eCommerce-Unternehmen. Vorher habe ich Medieninformatik studiert und nebenbei freiberuflich Webseiten erstellt – sehr gerne mit WordPress unter der Haube. Insgesamt beschäftige ich mich jetzt seit rund elf Jahren mit Webdesign, habe mich autodidaktisch immer weiter in die Materie eingearbeitet und bin froh, mein Hobby schließlich zum Beruf gemacht zu haben. „Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten.“ – da hat er Recht, der gute Konfuzius.
Neben dem Bloggen sind Fotografie und Ausdauersport (Laufen, Radfahren & Schwimmen) meine Leidenschaften.

neontrauma.de gibt es schon ziemlich lange, seit 2008. Während ich früher nur Tutorials zum Thema Webdesign und WordPress veröffentlicht habe, blogge ich mittlerweile eine bunte Mischung aus Fotostrecken, DIY-Projekten, WordPress-Tutorials und Artikeln über das Bloggen selber.

Ein eigener Blog kann je nach Häufigkeit an Beiträgen sehr viel Arbeit kosten. Wie viele Stunden investierst du in einer durchschnittlichen Woche?

Auf Neontrauma geht fast täglich ein neuer Beitrag online. Neben dem reinen Schreiben bedeutet das also auch eine gewisse Zeit für die Vorbereitung – Recherche, Fotos aufnehmen & bearbeiten – und den Social Media-Rundumschlag nach dem Veröffentlichen. Hinzu kommen Mails, die beantwortet werden wollen. Am Wochenende nehme ich mir außerdem Zeit für Konsolidierungsarbeiten, sprich Updates, das ein oder andere Feilen am Layout, und und und…
Im Schnitt komme ich dabei auf etwa 15-20 Stunden, die ich pro Woche in meinen Blog investiere. Neben einem Vollzeitjob übrigens.

Wie gliederst du die Arbeit an deinem Blog in deinen beruflichen Alltag ein?

Ich habe mir angewöhnt, mindestens eine Stunde früher aufzustehen als ich es eigentlich müsste. So kann ich morgens beim Kaffeetrinken in meinem Feedreader stöbern, Emails beantworten und am aktuellen Artikel weitertippen. Idealerweise bereite ich schon am Wochenende ein paar Beiträge vor, die dann automatisiert unter der Woche online gehen… aber wie das so ist, schreibe ich dann meistens doch noch morgens daran weiter.

Nach Feierabend bin ich oft zu „braindead“, um noch sinnvolle Sätze aneinander zu reihen, deswegen erledige ich da meist die Bildbearbeitung.

Dein Blog läuft unter WordPress und als Theme verwendest du Twenty Fourteen, eines der Standard Themes. Warum gerade dieses?

Es klingt erst einmal witzig, dass ich Webdesignerin bin und das Theme meines Blogs doch nicht von Grund auf selbst geschrieben habe. Früher hätte ich nie ein Layout „von der Stange“ verwendet, aber da hatte ich auch noch weitaus mehr Zeit. Mittlerweile code ich den ganzen Tag in der Firma – und dann will ich auf dem Blog auch tatsächlich zum Bloggen kommen und nicht stundenlang am Layout sitzen. Allerdings ist vom Aussehen her von Twenty Fourteen nicht mehr ganz so viel übrig, weil ich dann doch vieles überarbeitet habe.

Twenty Fourteen ist definitiv ein sehr solides Theme, das von Haus aus eine Menge Features mitbringt und auch responsive ist. Einige Details sind allerdings recht speziell – zum Beispiel, dass das Layout am linken Bildschirmrand klebt oder dass der Inhaltsbereich recht schmal ausfällt. Das muss man mögen oder, wie in meinem Falle, an seine Wünsche anpassen.

Welches hast du davor benutzt?

Vorher steckte das Theme „Yoko“ vom Elmastudio unter der Haube, auch das wieder recht stark modifiziert.

Dein Blog ist im Gegensatz zu vielen anderen Kreativ-Blogs ja etwas anders aufgebaut und thematisch breiter gefächert. Wie kam es zu der Idee mit den WordPress-Tutorials?

Im Schreiben von WordPress-Tutorials liegen eigentlich meine Bloggerwurzeln. Seit ich WordPress nutze, begeistern mich die Benutzerfreundlichkeit und die unglaubliche Flexibilität, die nicht zuletzt der riesigen Community zu verdanken ist. Und ich habe schnell gemerkt, dass es mir Spaß macht, mein Wissen weiterzugeben und anderen zu zeigen, wie ich etwas umgesetzt habe. Das viele positive Feedback auf meine Tutorials zeigt mir, dass ich das anscheinend auch ganz gut kann. Früher habe ich parallel zu neontrauma.de noch einen privaten Blog geführt (und fünf Jahre lang sogar noch ein Musikmagazin, für das ich regelmäßig auf Konzerten und Festivals im Fotograben stand), aber nach dem Studium hatte ich für so viele Projekte einfach keine Zeit mehr. Daher habe ich alle meine Webseiten zusammengelegt und konzentriere mich seitdem voll auf neontrauma, wo es dadurch nicht nur um ein Thema geht.

anne mühlbauer von neontrauma

Etliche Blogger sehen es kritisch, wenn mit einem Blog Geld verdient wird. Wie stehst du zu diesem Thema?

Grundsätzlich finde ich es in Ordnung, wenn man mit einem Blog auch Geld verdient, sei es durch Anzeigenwerbung oder – was sich in letzter Zeit vermehrt etabliert – durch bezahlte Artikel. Entscheidend ist einfach die Glaubwürdigkeit des Bloggers. Gesponserte Artikel müssen als solche kenntlich gemacht werden, das schreibt schon das Gesetz vor, und wenn ein Blogger sämtliche Produkte über den grünen Klee lobt, werde ich als Leser erst misstrauisch, dann gelangweilt – und schon bin ich kein Leser mehr.
Dann und wann eine ehrliche Produktvorstellung zu posten oder in anderer Form gekennzeichnete Werbung zu schalten, finde ich aber durchaus okay.

Seinen kompletten Lebensunterhalt durch einen Blog bestreiten zu können, ist hierzulande ja noch schwierig. Mit neontrauma habe ich zwar mehr oder weniger regelmäßige Einnahmen, aber davon leben kann ich definitiv nicht. Ich bin gespannt, wie sich die Blogosphäre da in Zukunft entwickelt.

Welcher deiner Themenbereiche interessiert dich persönlich am meisten?

Hmm, schwierig. Ich denke, das ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Fotografie und Coden. 😉

Welche Plugins verwendest du und welches ist dabei dein absoluter Favorit?

Grundsätzlich versuche ich, mit so wenigen Plugins wie möglich auszukommen, aber es hat sich dann doch eine ganze Liste angesammelt: Spamschutz, Sicherheitsplugins, Ladezeitoptimierung, suchmaschinenfreundliche Aufbereitung der Inhalte, …

  • Antispam Bee – der zuverlässige Klassiker, was das Abfangen von Spam betrifft
  • BackWPup Pro – legt automatische Backups an
  • Better WordPress Minify – komprimiert die CSS- und JavaScript-Dateien, um die Ladezeit zu verbessern
  • BBQ: Block Bad Queries – ein Sicherheitstool, das schadhafte URL-Anfragen blockt
  • Broken Link Checker – lasse ich ungefähr einmal im Monat laufen, um kaputte Verlinkungen aufzuspüren (beispielsweise, wenn die URL eines Kommentators in der Zwischenzeit nicht mehr gültig ist)
  • Cachify – ebenfalls der Ladezeit dienlich, indem es die Bloginhalte als statische Datei zwischenspeichert
  • Click to Tweet – eine Spielerei, die ich derzeit teste. Innerhalb eines Beitrags kann man einen Textschnipsel einsetzen, den die Leser über einen Klick dann direkt twittern können
  • Contact Form 7 – der Klassiker unter den Kontaktformularen
  • Contextual Related Posts – damit zeige ich unter jedem Beitrag einige thematisch verwandte Artikel an
  • Custom Smilies – genau das 😉
  • jQuery Lightbox for Native Galleries – erweitert die Standard-Galerie um eine Lightbox
  • jQuery Pin It Button for Images – noch so ein Plugin, was sich derzeit bei mir in einer Testphase befindet. Beim Hovern über ein Foto erscheint ein Pin It-Button, mit dem man es direkt auf Pinterest posten kann
  • Login LockDown – begrenzt die Anzahl der möglichen Login-Versuche und erhöht somit die Sicherheit
  • MailChimp – über MailChimp versende ich Newsletter und dieses Plugin integriert ein entsprechendes Anmeldeformular ins Blog. Eventuell werde ich das überarbeiten und ohne Plugin umsetzen.
  • MailChimp Comment Optin – fügt im Kommentarbereich eine Anmeldemöglichkeit für den Newsletter hinzu. Auch das werde ich eventuell demnächst überarbeiten
  • New Google Plus Badge Widget – fügt ein Widget mit meinem Profil auf Google+ ein
  • Nofollow Case by Case – entfernt das nofollow-Attribut von Kommentar-Links. Da ich Spam-Kommentare ohnehin nicht freischalte, finde ich follow-Links für Kommentarschreiber fair.
  • Subscribe to Comments Reloaded – ein Klassiker: ermöglicht eine Benachrichtigung, wenn jemand auf einen Kommentar antwortet
  • WordPress SEO – das verdammt mächtige SEO-Tool von Yoast
  • WP-Polls – für Umfragen

Mein persönlicher Favorit ist dabei WordPress SEO, das auf keinem Blog fehlen sollte.

Wie hoch würdest du deine persönlichen WordPress-Kenntnisse einschätzen? Welche Erfahrungen hast du über die Jahre gesammelt?

Dadurch, dass ich WordPress seit Jahren für meine eigenen Projekte einsetze und auch zahlreiche Kundenwebseiten damit umgesetzt habe, konnte ich eine ganze Menge Erfahrung sammeln. Im Laufe der Zeit habe ich mit WordPress schon die unterschiedlichsten Anforderungen erfüllt – von Blogs und Portfolios über kleine Vereinswebseiten und größere Magazine hin zu einer umfangreichen Tourdaten-Verwaltung und sogar einer Münzdatenbank für das Institut für Altertumskunde der Kölner Uni. Das ist so eines der Dinge, die ich an WordPress unglaublich schätze: dass es fast nichts gibt, was WordPress nicht kann.

So um 2008, 2009 herum habe ich mich noch viel stärker mit dem Core auseinandergesetzt. Das ist in den letzten Jahren leider etwas hintenüber gefallen.

Welche Zukunftspläne verfolgst du in nächster Zeit mit deinem Blog?

Nachdem mich viele, viele Fragen per Mail erreichen, werde ich voraussichtlich im Herbst einen eCourse zum Thema WordPress veröffentlichen. In den stecke ich momentan jede freie Minute, wenn ich nicht gerade trainiere oder eben blogge. 😉

Vielen Dank für das nette und interessante Gespräch und weiterhin viel Spaß und Erfolg mit deinem Blog!

Gerne! Es war mir ein Vergnügen. 🙂


Richard Schwerthalter

Richard Schwerthalter

Ich arbeite gerne an neuen Projekten, insbesondere der Erstellung und Optimierung von Websites. Mit WordPress arbeite ich schon längere Zeit und habe bereits einige Erfahrungen sammeln können.
Richard Schwerthalter

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