28. Mai 2014

„Das Internet entwickelt sich rasch und ohne Vorschau“ Interview mit Jonathan Torke

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Angefangen mit Joomla, hat er sich immer weiter in die Bereiche des Webdesign eingearbeitet und landete schließlich bei WordPress. Davon kommt er bis heute nicht mehr los. Aktuell steht Jonathan Torke kurz vor der Veröffentlichung seines ersten eigenen Themes. Daneben betreibt er noch einen Blog und fotografiert ein bisschen in der Welt herum. Ein Gespräch mit Jonathan Torke.

jonathan torke

Hallo Jonathan, es freut uns, dich als Gast begrüßen zu dürfen. Herzlich willkommen!

Hallo Richard, danke für deine Einladung! Vorab möchte ich ein großes Lob an euch aussprechen: Ihr habt mit pressengers.de ein bespiellosen Schnellstart hingelegt. Es freut mich mitzuerleben, dass ihr täglich mit frischem Content auffahrt. Ich finde das großartig, was ihr hier zusammen aufzieht!

Viele kennen dich vielleicht noch gar nicht. Wer bist du und woher kommst du?

Ich bin Jonathan Torke und ich entwickle Framework basierte WordPress Themes. Seit kurzem bin ich außerdem Fachautor bei Galileo Press. Und seit September 2013 wohne ich in einem abgelegenen und ruhigen südwestlichen Teil von Hessen in der Nähe von Limburg. Ursprünglich komme ich aus Neumünster, das liegt in der Mitte von Schleswig-Holstein.

Wie kam es zu deinem Interesse für Webdesign und insbesondere WordPress?

2008 begann ich bei einem jungen Onlineunternehmen tätig zu werden. Anfangs bestanden meine Aufgaben darin, Flyer und Screendesigns zu entwerfen. Ich hatte damals keine Ahnung von HTML, CSS und PHP usw. Es kam jedoch dazu, dass ich von der Geschäftsführung große Unterstützung erfahren hatte, das technische Wissen in Webdesign und in den administratorischen Bereichen aufzuarbeiten. Ab ins kalte Wasser. Joomla hieß das tiefe Gewässer. Sofort war ich von der Template-Gestaltung fasziniert. Diese Faszination füllte dann einen wesentlichen Teil meiner Zeit aus, beruflich wie auch privat. Irgendwann brauchte die Firma ein Multisite-taugliches System für verschiedenste Projekte. Und so kam ich zu WordPress – das CMS hatte schließlich die Lösung für Multisite-Systeme, die sich zudem leicht warten ließen. WordPress fesselte mich von Beginn an. Das war ein Wendepunkt.

Mit deinem Blog Pixeltuner erreichst du monatlich eine Menge interessanter Leser. Wie hat sich bei dir die Leidenschaft fürs Bloggen entwickelt?

Mir ist damals schnell klar geworden, dass zu Webdesign mehr gehört, als Designs zu entwerfen, Templates zu erstellen und in den Kundenkonten auf dem Webserver verschiedenste Dinge zu konfigurieren. So ist es dazu gekommen, dass mich Suchmaschinenoptimierung ebenfalls sehr interessiert hatte. Einen privaten Blog über Bildbearbeitung und Webdesignthemen zu starten, hatte ich als sinnvoll empfunden. Durch das Bloggen wollte ich Webdesignbereiche besser verstehen lernen und hatte es mir zur Aufgabe gemacht, meine beruflichen und privaten Interessen zu verbinden. Am 20.10.2010 ist pixeltuner.de also an den Start gegangen.

Anfangs hatte ich mich in der Erstellung SEO-optimierter Artikel versucht. Die meisten meiner ersten Artikel jedoch, hatten aus meinen Fotografien bestanden; also eher schwacher Content aus SEO-Sicht. Fortan hatte ich Inhalte gesucht, um mich besser in das Thema Suchmaschinenoptimierung einarbeiten zu können. Schließlich bin ich fündig geworden und konnte langfristige Traffic-Verläufe bei erfolgreichen Artikeln analysieren. Bloggen habe ich also nicht aus Freude am Schreiben begonnen, vielmehr aus Interesse an SEO und weil ich mich privat mehr mit meinen beruflichen Neigungen auseinandersetzen wollte. Und erst im Verlauf des Bloggens ist mir das Potential meines Blogs bewusst geworden. Schließlich ist dann auch mein Interesse an Social Media gewachsen, speziell an Twitter.

Neben deinem Interesse an WordPress und deinem Blog ist das Fotografieren ein großes Hobby von dir. Was bedeutet für dich die Fotografie?

Für mich bietet Fotografie einen emotionalen und philosophischen Zugang zu mir und meiner Umwelt. Dabei habe ich Gelegenheiten zum Sinnen und Entspannen. Besonders in der Natur, frei von menschlichen Einflüssen, gibt es manchmal den einen ganz besonderen Augenblick. Dann sind es Momente frei von Zeit, in denen ich darüber nachdenke, welchen Platz ich in der Natur einnehme und wie ich meinen Teil dazu beitragen kann, mit tatsächlichem Respekt und Achtung mit ihr im vollem Bewusstsein und im Einklang nachhaltig zu leben. In einem solchem Augenblick, wenn die Natur mich für den Moment einlädt, zücke ich hin- und wieder die Kamera und knipse dann einfach drauf los.

jonathan torke

Und irgendwann sitze ich am Rechner vor meinen Bildern und sortiere aus. Dann erinnere ich mich wieder, was ich bei einer bestimmten Szene empfunden und gedacht hatte. Mit Photoshop und Co. versuche ich meinen erlebten Emotionen visuellen Ausdruck zu verleihen. Und wenn ich glaube, dass es mir gelungen ist, teile ich wenige dieser Bilder mit einem kleinen Publikum im Netz. Im Idealfall gelingt es mir, einen Eindruck zu hinterlassen und den Betrachter in surreale und traumhafte Welten einzuladen.

Welche Motive bevorzugst du dabei und wie oft gehst du deinem Hobby nach?

Bei den Motiven lege ich mich nicht fest. Jedoch gibt es eine stärkere Tendenz zu Motiven, wie z.B. Landschaften und Architektur. Dem Fotografieren gehe ich sehr unregelmäßig nach. Es gibt Phasen, in denen ich ein größeres Bedürfnis zur Auslebung verspüre und dann kann es mehrere Monate völlig still um das Fotografieren sein. Ich betrachte das Fotografieren jedoch nicht als Hobby. Für mich ist Fotografie etwas Persönliches und dient dem Zweck der Besinnung. Das Nachbearbeiten von Bildmaterial ist dagegen ein Hobby. Ich neige oft dazu, HDR- oder Vintage-Bilder zu erstellen, die meistens stark bearbeitet sind.

Fotografierst du auch für deinen eigenen Blog?

Ich fotografiere nicht mit der Absicht, Bilder für meinen Blog zu verwenden. Jedoch teile ich dort gelegentlich Bilder, bei denen ich glaube, dass sie einigen Lesern gefallen könnten.

Ein Blog muss den Leser auf den ersten Blick fangen. Wie wichtig sind deiner Meinung nach gute Bilder für den Erfolg einer Seite?

Ob der Bildeinsatz für den Erfolg von Websites wichtig ist, hängt davon ab, wie sehr Bilder dazu beitragen können, einen bestimmten Eindruck zu vermitteln, ein Gefühl zu erzeugen oder die Inhalte zielführend zu transportieren. Hierbei empfehle ich, individuell zu entscheiden. Und dabei könnte der Bezug auf verschiedene Faktoren hilfreich sein, wie z.B. Art der Website, Zielgruppe, Trends, Usability usw. Bilder sind ein Stilmittel und Mittel zum Zweck, wie Typografie und vieles weitere auch.

Hast du als Hobby-Fotograf irgendwelche Foto-Tipps für unsere Leser (Lieblingsfotografen- bzw. -Seiten, die ihre Bilder kostenlos anbieten etc.)?

Zwar bin ich begeistert von Fotografie, jedoch sehe ich mich nicht als Hobby-Fotograf und somit auch nicht als seriösen Tipp- oder Ratgeber bei Fotografie.

Aktuell befindest du dich kurz vor der Fertigstellung deines ersten eigenen WordPress Themes. Wann genau können wir mit einer Veröffentlichung rechnen?

Derzeit arbeite ich sehr intensiv an der Fertigstellung des Online-Shops, an den Theme-Dokumentationen und den letzten Korrekturen. Ich möchte mich mit einer genauen Aussage zum Start noch ein wenig zurückhalten. Aber in den nächsten Wochen soll es endlich soweit sein.

Kannst du uns schon etwas Genaueres zum Theme sagen oder ist das alles noch geheim?

Ich entwickle WordPress Themes mit Fokus auf individueller Anpassbarkeit. Im Prinzip bestehen meine Themes aus zwei Komponenten:

  1. Das grundsätzliche Theme, inklusive Templates
  2. Bibliothek/Framework mit einer Vielzahl nützlicher Optionen

Auf diese Weise soll es Webdesignern auch ohne Programmierkenntnissen möglich sein, individuelle Kundenprojekte mit WordPress zügig umzusetzen. Zum konkreten Einsatz für Blogs wird eine abgespeckte und preiswertere Variante eines jeweiligen Themes angeboten.

Wann hast du erstmals mit der Planung für das Theme begonnen und wie kam es dazu?

Ich hatte einige Jahre als Webdesigner und Frontend-Entwickler gearbeitet. Während dieser Zeit und den unterschiedlichsten Aufgaben war meine große Leidenschaft stets das Umsetzen von CMS-Templates (Joomla, Drupal und WordPress). Mit WordPress hatte ich jedoch den größten Spaß. Ich konnte nie genug davon bekommen, an Themes zu arbeiten. Selbst in meiner Freizeit verbrachte ich zahllose Stunden damit, WordPress verstehen und lieben zu lernen. Zu dieser Zeit wollte ich nichts anderes mehr tun. Umso schöner war es dann, als wir in der Firma weniger Joomla-Projekte umgesetzt und mehr an WordPress-Seiten gearbeitet hatten.

2011 manifestierte sich der Wunsch, mich vollends auf die Entwicklung von WordPress Themes zu spezialisieren. Im Herbst 2012 begann ich erstmals diese Idee auf Papier zu bringen und entwickelte einen Businessplan. Im Frühjahr 2013 trat ich meine Selbstständigkeit an und begann mit der Realisierung der Idee.

Wie viel investierte Zeit steckt bereits in dem Projekt?

Anderthalb Jahre arbeite ich bereits mit erhöhter Aufmerksamkeit an der Fertigstellung meines ersten Premium WordPress Themes und den damit zusammenhängenden vielfältigen Aufgaben. In diesem Projekt steckt also schon einiges an wertvoller Zeit. Und die Entwicklung, die es bis jetzt gebraucht hat, war nötig.

jotothemes

Wie wichtig ist für dich eine Vernetzung mit anderen Mitgliedern aus der Community?

Vernetzung ist mir sehr wichtig. Das Schöne an Vernetzung ist, dass durch unterschiedliche Gedanken, Erfahrungen, Emotionen und Handeln mehr Energie auf ein- oder mehrere Ziele gerichtet werden können. Die Erfolgsaussicht erhöht sich, ebenso unvorhersehbare neue Gelegenheiten. Jeder Kontakt, der entsteht, ist mir persönlich sehr wichtig und wertvoll. Salopp gesagt: Ohne Kooperationen geht gar nichts. Im Kollektiv ist der Mensch stärker. Das ist liegt eben in unserer Natur – wir vernetzen uns durch Kommunikation, durch den Austausch von Informationen. Vernetzung ist Wachstum. Wachstum ermöglicht Entwicklung und schließlich Evolution. Alles Leben macht es so. Besser geht es nicht.

Welche beruflichen Ziele hast du für die nächsten 10 Jahre?

Zum einen konzentriere mich auf die Vermarktung von meinen WordPress Themes. Zum anderen arbeite ich an weiteren Projekten, die einen spannenden Verlauf verheißen. Ziele für die kommenden zehn Jahre definiere ich jedoch nicht und grundsätzlich dann nicht, wenn sich die meisten meiner Vorhaben auf das Internet beziehen. Das Internet entwickelt sich rasch und ohne Vorschau.

Vielen Dank für deine Zeit und weiterhin viel Erfolg mit deinen geplanten Projekten.

Danke Richard! Es war mir eine große Freude!

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Richard Schwerthalter

Richard Schwerthalter

Ich arbeite gerne an neuen Projekten, insbesondere der Erstellung und Optimierung von Websites. Mit WordPress arbeite ich schon längere Zeit und habe bereits einige Erfahrungen sammeln können.
Richard Schwerthalter

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