19. August 2014

Google straft zwei große deutsche Linknetzwerke ab

   6 Kommentare

Ein Beitrag von Julian Dziki

Share on Facebook20Tweet about this on Twitter6Share on Google+5Share on LinkedIn0Email this to someone

Viele Blogger in Deutschland sind bei Linknetzwerken angemeldet, um sich neben dem Bloggen etwas dazu zu verdienen. Dabei fügen Blogger in bestehende oder neue Artikel Links zu kommerziellen Webseiten ein, die dann das Google Ranking dieser Webseiten verbessern sollten. Werbetreibende zahlen dafür einmalige Summen pro Blogpost. Jetzt hat Google wieder einmal sogenannte „Manuelle Maßnahmen“ gegen zwei große deutsche Linknetzwerke getroffen.

Rankingverluste und Meldungen in den Google Webmastertools

Wer seine Rankings regelmäßig kontrolliert, dem fiel vielleicht auf, dass sich am Wochenende viele Rankings verändert hatten. Gestern gegen 10 Uhr deutscher Zeit veröffentlichte dann Johannes Mehlem (Google Search Quality Team) ein Statement auf Google+.

google-abstrafung

Statement von Johannes Mehlem zur Abstrafung von zwei Linknetzwerken.

Zwei große deutsche Linknetzwerke sind betroffen. Nach Meldungen von Eisy.eu handelt es sich dabei um Teliad und Rankseller, was auch meine starke Vermutung ist.

Zwei aus dem deutschen Search Quality Team: Uli Lutz (links) und Johannes Mehlem (rechts)

Teil des deutschen Search Quality Teams: Uli Lutz (links) und Johannes Mehlem (rechts) Bildquelle

Was passiert jetzt?

Zunächst sollte man nachsehen, ob man eine Meldung in den Google Webmastertools wegen unnatürlicher eingehender oder ausgehender Links hat. Sie sieht so aus:

unnatürliche-links

So sieht eine Meldung wegen unnatürlicher ausgehender Links aus.

 

  • Wer Links verkauft hat, bekommt eventuell schlechtere Rankings. Im Extremfall fliegt man ganz aus Google heraus. Wer bei Google News angemeldet ist, fliegt dort heraus, weil es sich um einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen handelt. Erst, wenn man die Links wieder entfernt hat, kann man einen Antrag auf Wiederaufnahme in den Google Webmastertools stellen.
  • Wer Links bei Netzwerken gekauft hat, sollte sie schnellstmöglich entfernen und dann einen Antrag auf Wiederaufnahme stellen.

Reaktion von Teliad

Der Anbieter Teliad reagierte gestern mit einer Pressemeldung. Ein Auszug aus der Meldung:

„Die Dienstleistungen von teliad beschränken sich auf die Vermittlung von Buchungsanfragen. Daher gibt es auch keinen Code, der auf teliad-Buchungen hinweist und Rückschlüsse zulässt. […] Aus diesem Grund beschränkt sich die PR-wirksame Google-Maßnahme auf einen Verlust der Rankings unserer eigenen Domains (teliad.de und internationale Varianten), über den wir selbstverständlich nicht erfreut sind. Dies hat jedoch keinerlei Auswirkungen auf unser Angebotsportfolio, sowie auf unsere Produkte und Dienstleistungen.“

Dem kann ich nur vehement widersprechen. Google hat mit den manuellen Maßnahmen nicht nur die Netzwerke an sich, sondern insbesondere auch die dort gelisteten oder dort kaufenden Domains im Visier. So war es bereits bei anderen Abstrafungen von Linknetzwerken. Als Beispiel kann man etwa den SOS-SEO Blog nennen, der eine Nachricht über unnatürliche Links bekommen hat. Ich schätze den Blog von Gerald sehr und lese ihn seit Jahren. Vermutlich liegt der Grund der Abstrafung darin, dass er die Kommentare nicht (wie standardmäßig eingestellt) auf Nofollow hat.

Das sollte Euch aber zu Gemüte führen, dass Eure Webseite – egal von welcher Qualität – nicht vor Google Maßnahmen gefeilt ist. Google versteht bei Linkverkauf und spammigen Links mittlerweile absolut keinen Spaß.

Weitere Informationen findet Ihr direkt auf den Seiten von Google. Wir raten Euch dazu, weder Links zu kaufen, noch zu verkaufen. Ihr könnt weiterhin Advertorials oder Sponsored Posts auf Euren Blogs unterbringen – jedoch sollten die Links mit dem „Nofollow“ Attribut gekennzeichnet sein. Wer eine Meldung bekommen hat, sollte unbedingt handeln, denn diese „manuellen Maßnahmen“ wurden von einem Google Mitarbeiter manuell ausgelöst und gehen auch nur manuell wieder weg.

Lieber nicht verlinken?

Im Zuge der Abstrafungen gehen immer mehr Webmaster dazu über, Webseiten nicht zu verlinken. Ich kann Euch nur bitten, diesem Trend nicht zu folgen. Das Internet lebt von Links und wurde erst durch Verlinkungen so erfolgreich. Wenn Ihr einen Blogpost,  einen Nachrichtenbeitrag, eine Webseite oder ein Produkt empfehlen wollt, dann verlinkt es! Wenn Ihr dafür Geld bekommen habt, verlinkt es mit Nofollow. Aber ansonsten spricht überhaupt nichts gegen eine echte und natürliche Verlinkung im Netz. Lasst Euch nicht einschüchtern.

Share on Facebook20Tweet about this on Twitter6Share on Google+5Share on LinkedIn0Email this to someone

Julian Dziki

Geschäftsführer bei Seokratie GmbH
In mehr als sieben Jahren habe ich über 100 Wordpress Projekte erstellt. Wordpress ist meine geheime Leidenschaft.

Letzte Artikel von Julian Dziki (Alle anzeigen)

Du willst up-to-date bleiben?

Trage dich jetzt in unseren kostenlosen Newsletter ein, um stets die aktuellsten Neuigkeiten rund um Wordpress zu erhalten.

Wir geben deine Daten nicht weiter! Wir hassen Spam genauso wie du!

6 Kommentare

Reaktionen auf diesen Beitrag

  • Wer das Web für ’ne riesige Litfaßsäule hält, gehört permanent aus sämtlichen Listen ausgeschlossen. Ich will Informationen und keine Werbeprospekte lesen.

    • Absolut meine Meinung.

      Das Schlimme ist, dass die Leute die sich mit Ihrem Blog wirklich Mühe geben und richtigen und echten eigenen Kontent bieten nicht belohnt werden sondern Leute sich Ihre Backlinks einfach kaufen! Das tut dem gesamten System nicht gut.

      Die Idee echten Kontent zu fördern ist, bei aller Kritik an Google, auf jeden Fall sinnvoll.

  • Ich selbst bin mit 4 Webseiten von Google abgestraft worden, weil ich mir hier in Uruguay wo ich lebe eben mit diesen Seiten meinen Lebensunterhalt verdiene.
    Meine Reaktion darauf?
    Wer bitte ist eigentlicg Google?
    Wieso nehmen die sich das Recht heraus zu entscheiden mit wem ich mich verlinke?
    Das ist eine beschneidung meiner persönlichen Freiheit im Internet.
    Selbt die Link innerhalb meiner Seiten wurden bemängel.
    Ich für meinen teil werde Google nicht mehr akzeptieren.
    Wozu bitte brauche ich einen manipulierten Pagerank wenn ich über Inhalte meine Zugriffe bekomme.
    Ich verlinke weil ich mich vernetzen möchte und mit wem das entscheide noch immer ich.
    Mann könnte gerade meinen Google gehört das Internet.
    Google ist nichts weiter als ein Dienstleister der langsam aber sicher seine Kompetenzen weltweit überschreitet, typisch für Amerika, dort leben wahrscheinlich nur noch Größenwahnsinnige.
    Google ist ein Nichts ohne uns und dazu muss Google wieder hingeführt werden.
    Sie arbeiten eh nur für ihren eigenen Gewinn.
    Die Welt ändert sich!
    Boykottiert Google.
    Einfach den Robot ausschließen und die eigene webseite für Google sperren.
    Somit wird die Konkurenz und sei es auch die von Microsoft in diesem Moment gestärkt.
    Es lebe das freie Internet.
    Gruß aus Uruguay.

  • Ich befürworte das Vorgehen von Google. Ich verlinke gerne, wenn ich dazu stehe und wenn es in den Kontext passt und für die Leser von Interesse sein kann. Den Linkkauf /- verkauf lehne ich ab. Das ist kurzfristiges Denken. Wer langfristig denkt und plant und auf Qualität mit Mehrwert geht, gelangt zu nachhaltigem Erfolg und braucht keine Abstrafungen zu fürchten. Und wie tux. schon schreibt, Niemand will Werbeprospekte lesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.