25. Juli 2014

LaterPay Plugin Neues Micropayment-System für Blogger und Journalisten

   3 Kommentare

Ein Beitrag von Richard Schwerthalter

Das Startup Unternehmen LaterPay stellt ein ganz neues Bezahlverfahren für digitale Produkte im Mikrobereich bereit. Nun wurde auch eine Schnittstelle zu WordPress integriert, die per Plugin installiert werden kann. Wir stellen euch das Unternehmen und die Plugin-Umsetzung näher vor.

laterpay

Quelle: http://laterpay.net

Was ist LaterPay?

LaterPay ist ein Startup-Unternehmen in München, das ein neues Bezahlsystem für den Kauf von digitalen Gütern entwickelt hat. Die beiden Geschäftsführer Jonas Maurus und Cosmin Ene haben das Unternehmen gegründet und möchten mit ihrem Konzept ein ganz neues, vereinfachtes und vor allem schnelles Bezahlverfahren auf den Markt bringen. Die Grundidee hinter dem Plugin richtet sich vor allem an journalistische Inhalte, die für geringe Cent-Beträge nun erfolgreich monetarisiert werden können.

Wie funktioniert es?

Das Konzept hinter dem neuen Verfahren trennt Kauf und Bezahlung klar voneinander ab. Das Motto des Unternehmens: „Erst nutzen, später zahlen“. Es soll dadurch möglich sein, verschiedene digitale Produkte, wie Videos, Texte, Bilder, In-Game Items oder andere Dateien per bequemer Zwei-Klick-Methode zu beziehen. Der Vorteil ist, dass der User sofortigen Zugriff auf das erhaltene Produkt bekommt. Der Rechnungsbetrag wird auf ein virtuelles Konto der Nutzer gebucht und erst ab einer Summe von fünf Euro fällig, für die aus einer Reihe von bekannten Zahlungsmethoden gewählt werden kann (Kreditkarte, Paypal, Bankeinzug und Sofortüberweisung). Besonders für digitale Produkte im Cent-Bereich ist LaterPay dadurch sehr interessant. Die Identifizierung des Benutzers erfolgt per IP sowie per Third-Party-Cookie. Grundsätzlich stehen bei LaterPay zwei verschiedene Nutzungsmodelle zur Verfügung:

  1. Pay-per-use, bei dem jeweils für den kompletten Inhalt gezahlt wird
  2. Freemium-Modell, um bestimmte Zusatzprodukte eines Inhalts, wie Videos oder Infografiken optional zu monetarisieren

Zudem soll es auch die Möglichkeit geben, erworbene Inhalte wieder zurückzugeben, wenn diese den persönlichen Ansprüchen nicht gerecht werden. Das ist im Gebiet der digitalen Produkte eigentlich überhaupt nicht üblich.

Ihr wollt das Bezahlmodell gerne einmal Live sehen? Hier haben die Entwickler eine Testumgebung bereitgestellt, auf der ihr die gesamten Schritte eigenständig durchführen könnt. Hier ein kleiner Vorgeschmack einer möglichen Ansicht:

Live-Demo für LaterPay

Live-Demo zum neuen Bezahlsystem

 

Anbindung an WordPress

LaterPay wird verschiedene Möglichkeiten zur Nutzung und Integration für Verkäufer bereitstellen. Neben einer eigenen API-Anbindung und dem WordPress Plugin sollen auch noch Schnittstellen zu anderen CMS folgen. Gemäß dem Open-Source Gedanken von WordPress wünscht sich das Unternehmen eine möglichst intensive Nutzung und Teilnahme an der Weiterentwicklung des Plugins.

Installation

Da das Plugin sich noch in der Testphase befindet, könnt ihr es noch nicht auf normalem Weg über die Plugin-Installation in eurem Dashboard finden. Verfügbar ist es auf Github, wo ihr die aktuelle Testversion herunterladen könnt. Um mögliche Fehler auf eurer Website zu vermeiden, solltet ihr das Plugin vorerst nur auf einer Testumgebung installieren und verwenden.

Features

  • Standardpreise, Kategorienpreise und individuelle Preise
  • Zwei Vorschaumodelle für kostenpflichtige Beiträge
  • Optionale Rechnungsanzeige
  • Test- und Livemodus
  • Erweiterte Preissetzung
  • Verkaufsstatistik

Konfiguration des Plugins

Die aktuelle Beta-Version enthält schon alle nötigen Verkaufsfunktionen und lässt Nutzer diese in einem Testmodus realistisch simulieren. Für die Nutzung mit echten „Umsätzen“ muss zunächst ein Händlervertrag mit LaterPay abgeschlossen werden, durch den man anschließend an die API-Zugangsdaten kommt.

Das Optionsmenü gliedert sich in drei Bereiche

Unter Preise könnt ihr zunächst einen Standardbetrag wählen, der gleichermaßen für alle eure Inhalte gültig ist. Zudem könnt ihr für bestimmte Kategorien einen eigenen Standardpreis einstellen, der den vorherigen überschreibt. Die letzte Variante sind individuelle Beträge, die ihr im Editor des jeweiligen Beitrags wählen könnt.

Preiseinstellungen in LaterPay

Drei verschiedene Preis-Einstellungen wählbar

Im Reiter Darstellung könnt ihr zwischen zwei verschiedenen Vorschaumodellen für eure Beiträge wählen: einer Variante mit lediglich dem Teaser und einem Modell mit zusätzlichem Textauszug unter einem Overlay. Eine zusätzliche Option zeigt euren Nutzern ihren jeweiligen Kontostand an. Hierfür müsst ihr einen vorgefertigten HTML-Schnipsel in eure Theme-Datei einfügen.

Darstellungsmodelle LaterPay

Zwei verschiedene Darstellungsmodelle

In der Settings.php des Plugins könnt ihr die Wortanzahl sowie den prozentualen Anteil des Teasers beliebig anpassen.

LaterPay Settings.php

Settings.php des Plugins

Im Abschnitt Konto könnt ihr zwischen Test- und Livemodus beliebig wechseln, um bestimmte Einstellungen ohne die Einbindung der Nutzer überprüfen und anpassen zu können.

LaterPay API Eingabe

Wechsel zwischen Test- und Liveumgebung

Einstellungsmöglichkeiten im Editor

Wie schon erwähnt könnt ihr im Bearbeitungsmodus eines Beitrags auch einen individuellen Preis für diesen festlegen. Das Einstellungsfenster dafür befindet sich prominent über dem Button zum Veröffentlichen.

LaterPay Individueller Preis

Einstellungsmöglichkeit eines individuellen Preises

Eine zusätzliche Möglichkeit bietet die erweiterte Preissetzung, mit der ihr den Preis für einen bestimmten Zeitraum automatisch variieren könnt. Diese Funktion gefällt mir besonders gut, da ihr damit verschiedene Preismodelle testen und miteinander vergleichen könnt, je nach Beliebtheit eines bestimmten Inhalts. Hierzu könnt ihr zwei verschiedene Preise zwischen 0 und 5 Euro bestimmen und diese in einem Zeitraum von 0 bis 60 Tagen beliebig positionieren. Geplant sind außerdem noch vorgefertigte Preissetzungen, die automatisch ausgewählt werden können. Unterhalb des Editorfensters eures Beitrags befindet sich die Eingabemöglichkeit des Teasers, den potentielle Käufer im Frontend angezeigt bekommen.

Über die Beitragsvorschau gelangt ihr außerdem zur aktuellen Verkaufsstatistik des Artikels. Diese ist am rechten Bildschirmrand verankert und lässt sich durch Klick auf den grünen Pfeil bequem ein- und ausklappen. Hier seht ihr den erzielten Umsatz, die Gesamtanzahl an Besuchern sowie den Anteil an erzielten Käufen. Zusätzlich könnt ihr zwischen einer Admin- und Besucheransicht wechseln.

Beitragsvorschau LaterPay

Besucherstatistik im Frontend

Kosten

Das Plugin sowie die Nutzung von LaterPay an sich sind kostenlos. Der Vertrag, der die Nutzung des Dienstes auf der eigenen Website erlaubt, ist monatlich kündbar. Es fallen lediglich Provisionsabgaben in Höhe von 15% für jeden erzielten Verkauf an, die an das Unternehmen abgeführt werden.

Fazit

Für mich ist LaterPay grundsätzlich eine tolle Idee für ein einfaches Bezahlverfahren für Journalisten und Blogger. Guter Content kann dadurch ab sofort sehr bequem und einfach monetarisiert werden. Jedoch kann ich mir einen reibungslosen Ablauf des Prozesses noch nicht so gut vorstellen. Ich denke hier gibt es noch Verbesserungsbedarf bezüglich des Trackingcodes, durch den anschließend der Käufer seinen getätigten Käufen zugeordnet werden soll. Das WordPress Plugin allerdings finde ich, soweit man die Funktionen der Beta-Versionen betrachten kann, sehr gelungen umgesetzt.

Wie seht ihr das Ganze? Seid ihr euphorisch oder habt ihr eher Bedenken?

Weitere Tipps zum Lesen:

 

Richard Schwerthalter

Richard Schwerthalter

Ich arbeite gerne an neuen Projekten, insbesondere der Erstellung und Optimierung von Websites. Mit WordPress arbeite ich schon längere Zeit und habe bereits einige Erfahrungen sammeln können.
Richard Schwerthalter

Letzte Artikel von Richard Schwerthalter (Alle anzeigen)

Du willst up-to-date bleiben?

Trage dich jetzt in unseren kostenlosen Newsletter ein, um stets die aktuellsten Neuigkeiten rund um Wordpress zu erhalten.

Wir geben deine Daten nicht weiter! Wir hassen Spam genauso wie du!

3 Kommentare

Reaktionen auf diesen Beitrag

  • Vielen Dank für diesen Informativen und ausführlichen Artike. Ich suche schon länger so etwas für kleinere Beträge, was für den Käufer unkompliziert ist.

    Mich schreckt aber jetzt der 15% Betrag ab. Da sind vergleichbare Dienste in meinen Augen günstiger. Selbst Paypal, welches sich auch gut einbinden lässt hat geringere Gebühren für „Kleinbeträge“, wenn ich das richtig sehe.

    Schade ansonsten wäre das für mich perfekt gewesen. Ich hätte mir eher eine Staffelung gewünscht. Wenn man sehr viel Umsätze bzw. große Mengen damit einfährt, bin ich gerne bereit 15% zu bezahlen…aber um neue Projekte und bezahlbare Produkte zu testen sind 15% zuviel des guten.

    VG
    Frank

  • Rainer

    Das ist genau die Lösung, die auf dem Markt bislang gefehlt hat. Und die Sache mit den 15 Prozent ist auch okay – wenngleich wirklich Obergrenze. Immerhin handelt es sich um eine Lösung für Kleinstbeträge (Cent für Klicks) und irgendwie muss sich das Projekt schließlich auch für die Macher rechnen. Sobald das Programm läuft, werde ich es als WP-Plugin nutzen. Danke den Machern für ihrem Mut!!! Und vergesst bitte nicht, vernünftige PR dafür zu machen. Es nützt nichts, wenn wir als Anwender es gut finden – bei den Lesern/Nutzern muss es auf Akzeptanz stoßen und dazu bedarf es im Zeitalter der schwarzen Internet-Schafe eines großen Vertrauens. Ich befürchte, dass genau dort bei kleineren, regional begrenzten Portalen der Hase im Pfeffer liegt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *